20.000 Euro für die Stiftskirche Tübingen: Epitaph für Jakob Kotze wird restauriert

Artikel eingestellt am 4. Juli 2017

Stuttgart / Tübingen – Das Epitaph für Jakob Kotze in der Stiftskirche Tübingen ist stark gefährdet. Das künstlerisch hochwertige Grabdenkmal in der Vorhalle des evangelischen Gotteshauses muss dringend gesichert und restauriert werden. „Neben Mitteln aus dem Denkmalförderprogramm des Landes erhält die Evangelische Gesamtkirchengemeinde für die Sanierungsmaßnahme nun auch 20.000 Euro von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg – dank Zuwendungen der Lotterie GlücksSpirale“, sagte Prof. Dr. Dieter Planck, Mitglied im Kuratorium der Stiftung, bei der Übergaben des Zuwendungsvertrags.

Geschaffen hat das ausschließlich an der Wand hängende Epitaph der bekannte Renaissance-Bildhauer Christoph Jelin im Jahr 1607 aus zahlreichen einzelnen Alabasterteilen. Es zeigt unter anderem den jungen Jakob Kotze als Ritter kniend vor einem Kruzifix. Jetzt müssen korrodierte Wandbefestigungen aus Eisen durch Edelstahlstücke ersetzt, Risse und Absprengungen der verzierten Alabasterstücke müssen restauriert werden.

Jakob Kotze, der junge Adlige aus Sachsen, starb während seines Jurastudiums in Tübingen am 10. Oktober 1606 im Alter von 16 Jahren an den Pocken. Über den jungen Mann wird berichtet, dass er fünf Universitäten besucht habe. Jakob Kotze war über die Grenzen von Tübingen hinaus für Religion und Wissenschaft von Bedeutung.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Weil die Sanierungskosten das Budget von privaten Bauherren oder Bürgerinitiativen oftmals übersteigen, fördert die Stiftung mit Sitz in Stuttgart häufig denkmalgerechte Renovierungs­maßnahmen.

34 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2016 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Prof. Dr. Planck: „Für die Förderung zur Restaurierung von gefährdeten Kulturdenkmalen und für die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen“.

Bild: Architekturbüro Behrens, Kramstr. 25, 76829 Landau