„Alter Zoll“ in Geislingen wird zum Denkmal des Monats Mai 2017 ernannt

Artikel eingestellt am 27. April 2017

Stuttgart / Geislingen – Der „Alte Zoll“ im Herzen der Geislinger Altstadt ist ein imposantes Kulturdenkmal  aus dem Spätmittelalter. 1495 wurde das eindrucksvolle Fachwerkhaus an der Stelle erbaut, wo einst ein früheres Zollgebäude  der Grafen von Helfenstein stand. Seit Jahren ist das Gebäude nun baufällig und zählt zu den renovierungsbedürftigsten Fachwerkbauten in Geislingen. Dass die Stadt sich der gewaltigen Herausforderung stellt und dieses Zeugnis mittelalterlicher Holzbaukunst aufwändig saniert, um es als öffentliches Bürgerhaus zu nutzen, das würdigt nun die Denkmalstiftung Baden-Württemberg und verleiht dem „Alten Zoll“ die Auszeichnung „Denkmal des Monats Mai 2017“.

Die Stadt Geislingen hat das Kulturdenkmal 2012 von den Privateigentümern erworben. Im Rahmen der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Altstadtrand“ hat sie ein Raumprogramm für eine öffentliche Nutzung des „Alten Zolls“ entwickelt. Nach der Sanierung sollen dort das Bürgeramt, das Standesamt und die Touristeninformation einziehen. So wird ein Kulturdenkmal gerettet, das Zeugnis eines so genannten „Oberdeutschen Fachwerks“ mit fünf Fachwerkgeschossen ist. Drei davon sind von einem Krüppelwalmdach bedeckt. Im Erdgeschoss wohnten einst die Zollbeamten des Ulmer Zolls, die anderen Teile des Alten Zollhauses wurden als Fruchtkasten verwendet. In dem Speicher wurden die eingehenden „Zehnten und Gülten“ – die Steuern und Pachtzinsen -, die an die Untere Herrschaft in Ulm abzuführen waren, aufbewahrt.

Erst im Herbst letzten Jahres hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Sanierung zur Rettung des eindrucksvollen Kulturdenkmals großzügig gefördert. Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale haben dies möglich gemacht.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Dort, wo die staatlichen Mittel zur Rettung von Denkmalen nicht ausreichen, fördert die Stiftung mit Sitz in Stuttgart häufig denkmalgerechte  Renovierungsmaßnahmen.

34 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2016 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.