Hölderlinhaus wird zum Museum – Dank GlücksSpirale fördert Denkmalstiftung die Instandsetzung

Artikel eingestellt am 14. Oktober 2016

Stuttgart / Lauffen a. N. – Seine ersten Lebensjahre hat Friedrich Hölderlin in der Nordheimerstraße 5 in Lauffen am Neckar verbracht. Ein Museum im Obergeschoss des barocken Bauernhauses soll im Jubiläumsjahr 2020 an den großen deutschen Dichter erinnern. Dafür muss das Gebäude grundlegend renoviert werden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg beteiligt sich mit 100.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale an den Sanierungskosten.

2,18 Millionen Euro kalkuliert die Stadt Lauffen a. N. für die Gesamtinstandsetzung des historischen Gebäudes und den Umbau der jüngeren Scheune zu einem Funktionsbau mit Foyer, Empfangsraum und Cafeteria. Erst im letzten Jahr hat sie das leerstehende Gebäude nach langjährigen Verhandlungen über einen Sponsor erwerben können.

Zum Gedenken an seinen 250. Geburtstag im Jahr 2020 soll im Hölderlinhaus eine literarische Ausstellung über den Dichter entstehen – in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für literarische Museen Baden-Württemberg in Marbach und der Hölderlingesellschaft in Tübingen. Hier ist die Stadt Lauffen a. N. mit Nürtingen und Tübingen engagiert. Derzeit läuft ein Wettbewerb für das Programm, die Konzeption, die Sanierung und die Gestaltung des Hölderlinhauses.

Aus Sicht der Denkmalpflege gilt das Hölderlinhaus als ein anspruchsvolles barockes Bauernhaus von 1750 mit älterem Kern aus dem 16. Jahrhundert. Das Innere hat seine originale Raumstruktur weitgehend bewahrt und überrascht durch eine qualitativ hochwertige Ausstattung. Das Anwesen war vom Großvater des Dichters, dem  Klosterhofmeister Friedrich Jacob Hölderlin, erbaut worden. Johann Christian Friedrich Hölderlin, der am 20. März 1770 geboren wurde, lebte hier von 1772 bis 1774.

„Das Kulturdenkmal ist ein eindrucksvolles und anschauliches Beispiel eines gehobenen ländlichen Anwesens einer Beamten- und Pfarrersfamilie in der Barockzeit, die für die württembergische Ehrbarkeit typisch ist. Durch die denkmalverträgliche Instandsetzung und Neunutzung dieses herausragenden Zeugnisses der Literatur- und Kulturgeschichte soll möglichst viel vom Originalcharakter erhalten bleiben“, begründete Prof. Dr. Rainer Prewo, Vorsitzender des Vorstandes der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die beachtliche Förderung mit 100.000 Euro.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

39 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2015 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie annähernd 1.400 Vorhaben gefördert, um Bauwerke vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Dr.-Ing. Elke Nagel M.A., strebewerk. Architekten GmbH