Schweizerhaus in Heiligenberg ist Denkmal des Monats Februar

Artikel eingestellt am 1. Februar 2017

Stuttgart / Heiligenberg – Es hat eine wechselvolle Geschichte, das Schweizerhaus in Heiligenberg. Im unteren Teil waren einst Stall und Sennerei untergebracht, im Obergeschoss tafelte und feierte die Familie von Fürstenberg in einem wunderschönen, herrschaftlichen Fest- und Speisesaal. Jetzt ernennt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg das schmucke Gebäude im Berner Landhausstil zum Denkmal des Monats Februar 2017.

Seit 1832 prägt der mehrstöckige Holzbau den Landschaftspark des Schlosses Heiligenberg ganz wesentlich mit und gilt als eines der Wahrzeichen der Gemeinde. Fürst Karl Egon II. von Fürstenberg hatte das stattliche Gebäude errichten lassen mit Holzschindeln, verzierten Laubengängen und Krüppelwalmdach sowie dem prachtvollen Speisesaal mit aufwändigen Holzarbeiten wie Vertäferungen und Kassettendecke. Der Senn wohnte damals im Wohnteil des Schweizerhauses, der Ökonomieteil diente als Stall und Sennerei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden im fürstlichen Fest- und Speisesaal Tanzkurse für die Heiligenberger Jugend statt. In dem reizvollen Landhaus am Südhang wohnte unter anderem auch der Hofgärtner. Zwischen 1977 und 2008 diente das Haus als Wohnung und Werkstatt der Geigenbauerfamilien van Dijk und Bay. Ein längerer Leerstand hat dem Kulturdenkmal stark zugesetzt. Zum Glück wird es jetzt von privater Seite als großzügiges Wohngebäude instand gesetzt und restauriert. Die denkmalgerechte Sanierung hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg im Frühsommer letzten Jahres dank Mitteln der Lotterie GlücksSpirale mit einem stattlichen Betrag unterstützt.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Weil die Kosten für denkmalgerechte Sanierungsmaßnahmen das Budget von privaten Investoren häufig stark übersteigen, greift ihnen die Stiftung mit Sitz in Stuttgart oftmals finanziell unter die Arme.

34 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im Jahr 2016 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Bauwerke vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Architekt: Dipl.-Ing. Bruno Siegelin, 88634 Herdwangen