Zeugnis sakraler Kunst wird gerettet: Denkmalstiftung hilft bei Restaurierung des Ravensburger Kreuzwegs

Artikel eingestellt am 22. November 2016

Stuttgart / Ravensburg – Ein stilles Zeugnis religiöser Kultur, doch mächtig vom Verfall bedroht – das ist der Kreuzweg am „Leibinger-Buckel“ in Ravensburg. Wind und Wetter haben an den 14 wertvollen Stationen ihre Spuren hinterlassen, so dass sie jetzt dringend restauriert werden müssen, damit die Anlage mit ihren holzgeschnitzten Reliefs auch in Zukunft noch als christliche Gedenkstätte erkennbar bleibt. In Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg jüngst beschlossen, die aufwändigen und teuren Arbeiten an dem Kulturdenkmal mit 10.000 Euro zu fördern.

Die katholische Kirchengemeinde Liebfrauen hat den Kreuzweg in der Zeit des Historismus, von 1886 bis 1889, errichten lassen. Die ausdrucksstarken Holzreliefs stammen von dem regional bedeutenden Künstler Theodor Schnell der Ältere (1836-1909). Zu der gesamten Sakrallandschaft am Kreuzberg unterhalb des „Schwarzwäldle“ gehören noch eine Lourdesgrotte, eine Ölberggrotte und ein Heiliges Grab. Die Marienstatue hat der Ravensburger Bildhauer Moritz Schlachter (1852 – 1931) geschaffen.

Das kulturhistorisch bedeutsame und großartige Ensemble vor dem Verfall zu retten und für die Zukunft zu sichern, das hat sich der 2015 eigens gegründete Förderverein Kreuzweg Schwarzwäldle e. V. zum Ziel gesetzt. Zwei der kostbaren Holzreliefs und Schrifttafeln hat er mittlerweile von dem Restaurator Herbert Eninger aus Unterwaldhausen restaurieren lassen, um die Kosten für die weiteren zwölf Stationen  abschätzen zu können. Im Juni wurden sie der Öffentlichkeit in der Liebfrauenkirche präsentiert. Mit dem Beitrag der Denkmalstiftung Baden-Württemberg kann die Arbeit fortgesetzt werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Weil die Sanierungskosten das Budget von privaten Bauherren oder Bürgerinitiativen oftmals übersteigen, fördert die Stiftung mit Sitz in Stuttgart häufig denkmalgerechte  Renovierungsmaßnahmen.

34 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits im Jahr 2016 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie annähernd 1.400 Vorhaben gefördert, um Bauwerke vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.