Bild: Denkmalstiftung BW, Winter

100.000 Euro für neues Kinderschutz-Zentrum in Stuttgart – Denkmalstiftung unterstützt Renovierung alter Villa

Artikel eingestellt am 19. Dezember 2017

Stuttgart – In dem repräsentativen Wohn- und Geschäftshaus an der Alexanderstraße 2 hört man seit November viele Kinderstimmen. Denn das Kinderschutz-Zentrum Stuttgart hat hier seine neuen Räume bezogen. Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung musste der stattliche Bau aus dem 19. Jahrhundert erst restauriert werden, bevor die Beratungs- und Kriseneinrichtung für Kinder- und Familien in das städtische Gebäude einziehen konnte. „Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördert die Instandsetzungsarbeiten mit 100.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale“ sagte Prof. Dr. Rainer Prewo, Vorsitzender des Vorstands der Denkmalstiftung bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags.

Das Dach war undicht, die Holzfenster beschädigt, Haustechnik und Sanitärausstattung zeigten erhebliche Mängel, die Räume waren ramponiert. Bis 2014 war das Gebäude, das der Stadt Stuttgart gehört, über lange Jahre an den Körperbehinderten-Verein Stuttgart vermietet. Seit 2016 ist es im Besitz des Kinderschutz-Zentrums.

Das historische Wohn- und Geschäftshaus ist ein Kulturdenkmal und steht stadtbildprägend am südlichen Eugensplatz. Im Jahr 1888 wurde es von den Werkmeistern Adolf und Carl Eckert für den Weinhändler Heinrich Schindler als Mietobjekt errichtet. Seit der Bauzeit wurde an dem Gebäude kaum etwas verändert, so dass es sehr gut in seinem historischen Bestand überliefert ist. Das prominente Bauwerk verfügt über zwei repräsentative Haussteinfassaden mit Konsolen, Säulen und gesprengten Giebeln. Schmiedeeiserne Balkone prägen das Fassadenbild ebenso. „Durch die zurückhaltende Renovierung, die darauf bedacht war, den Bestand des Gebäudes in seinem historischen Charakter zu erhalten, kann das Kulturdenkmal jetzt nachhaltig genutzt werden“ betonte Prof. Prewo.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

33 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bisher im Jahr 2017 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie mehr weit über 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.