30.000 Euro für den Spiegelsaal im Leimener Rathaus: Denkmalstiftung fördert Restaurierung aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale

Artikel eingestellt am 15. Oktober 2019

Stuttgart/Leimen – Der Spiegelsaal im klassizistischen Palais Seligmann, das seit 1871 als Rathaus genutzt wird, ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Um ihn vor Schäden zu schützen, ist es u. a. nötig geworden, die klassizistische Malerei mit antiken Sagenmotiven auf den textilen Wandbespannungen zu restaurieren. Dies unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit 30.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

Der ehemalige Festsaal, heute Trauzimmer, ist ein wahres Kleinod und zentraler Teil des repräsentativen Palais, das 1792 bis 1798 für den vermögenden jüdischen Kaufmann Elias Seligmann errichtet wurde. Mit seiner künstlerisch, stilgeschichtlich und kulturhistorisch wertvollen Ausstattung des Frühklassizismus versuchte der Bauherr offenkundig sein Vermögen und seine herausgehobene Stellung am kurpfälzischen Hof zu demonstrieren und sich als Kenner mit umfassender Bildung auszuweisen.

Im Zuge der Elektrosanierung des Rathauses wurde mit dem Landesamt für Denkmalpflege auch eine Befunduntersuchung zu den notwendigen Konservierungsmaßnahmen im Spiegelsaal durchgeführt. „Die Konservierung und Restaurierung dieser empfindlichen Textilmalereien ist immens wichtig, da Schäden ein ganzes künstlerisch ausgefeiltes Raumprogramm dieses bemerkenswerten Baus zerstören würden. Deshalb liegt uns die Förderung der Restaurierungsarbeiten am Herzen“, sagte S. E. Erbgraf zu Neipperg, Kuratoriumsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrages an die Stadt Leimen.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

51 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bisher in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Stadt Leimen