Auffrischung für die Herrgott’s-Ruh-Kapelle in Schwäbisch Gmünd: 10.000 Euro für die Sanierung des Innenraums

Artikel eingestellt am 14. Juni 2019

Stuttgart / Schwäbisch Gmünd – Sie ist ein wahres Kleinod, die Herrgott’s-Ruh-Kapelle in der Aalener Straße 4. Im Lauf der Jahrhunderte wurde sie mehrfach erweitert, später drohte ihr sogar der Abriss. Doch das hat der engagierte Arbeitskreis „Alt Gmünd e. V.“ verhindert. Für die nötig gewordenen Reinigungs- und Konservierungsmaßnahmen im Inneren erhält der Verein jetzt von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg 10.000 Euro an Fördergeldern. Durchgeführt werden sollen die Maßnahmen im zweiten Halbjahr 2019.

Die Malereien aus der Erbauungszeit im Inneren der Kapelle, Restaurierungsarbeiten an der qualitativ hochwertigen figürlichen Bemalung des um 1622 geschaffenen Altars und die Reinigung der Innenschale von Ruß und Staubablagen tragen dazu bei, dass das baugeschichtlich bemerkenswerte Kulturdenkmal bewahrt werden kann.

Der Kirchenmeister und Bildhauer Caspar Vogt hat die Herrgottsruhkapelle 1622 anstelle eines kleineren Vorgängerbaus als einschiffigen Bau mit Choroktogon errichtet. 1692 erfolgte eine Verlängerung um ein Joch, rund 100 Jahre danach wurde die Sakristei angebaut. Die gotisierenden Fenster und Rippengewölbe weisen die Kapelle als bemerkenswerten Vertreter der deutschen Renaissance in Formen der Nachgotik aus.

Ein drohender Abriss aus spekulativen Gründen konnte verhindert werden durch bürgerschaftliches Engagement. Der Verein „Alt Gmünd e. V.“ ist seit 1978 Eigentümer des Kirchleins und kümmert sich um die Instandhaltung. So sorgten Sanierungsarbeiten an Fassade und Dach in den Jahren 1980, 2012 und 2014 dafür, dass der Außenbau in gutem Zustand ist.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

37 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie nahezu 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bild: Johannes Schüle