Baudenkmal als Heim für Kinderwohngruppe – Denkmalstiftung fördert Sanierung der Weimersmühle dank Lotterie GlücksSpirale

Artikel eingestellt am 6. Oktober 2017

Stuttgart / Maxzell-Burbach – Wo sich einst das Mühlrad fürs Kloster Frauenalb drehte und später jahrelanger Leerstand herrschte, wird es jetzt lebendig: Durch die Gesamtinstandsetzung der Weimersmühle im Albtal bei Ettlingen sind die nötigen Räumlichkeiten geschaffen für eine Intensivgruppe von Kindern mit erhöhtem Förder- und Betreuungsbedarf im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe. „Dass durch die Sanierung ein Baudenkmal in einem abgelegenen Standort erhalten und neu genutzt wird, das fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit 15.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale“ betonte Dr. Gerhard Kabierske, Mitglied des Kuratoriums der Denkmalstiftung, bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags.

Auf dem Wappen über dem Portal des Mühlengebäudes steht die Jahreszahl 1718 in kunstvoller Schrift. Die ehemalige Wassermühle im Moosalbtal mitten in der bergigen Waldlandschaft besteht aus dem Mühlengebäude, einem Nebengebäude, Brücke, ehemaligem Mühlkanal und Vorgarten. Aus Sicht der Denkmalpflege handelt es sich dabei um einen besonders anschaulich überlieferten Mühlenstandort im Albtal. Das prägende Mühlengebäude mit seinem Krüppelwalmdach und der hohen Giebelgaube hat zwei Geschosse. Jahrelang wurden die Bauten auf dem Gelände vernachlässigt, durch den langen Leerstand waren sie stark geschädigt.

Die Sanierungsarbeiten hauchen dem historischen Anwesen jetzt neues Leben ein. Dachstuhl, historische Fenster und Außenputz gehören zum Sanierungsplan des jetzigen Eigentümers, der den Innenausbau mit abgetrennten Zimmern und Räumen vorgenommen hat. So findet der Mieter, ein Sozialunternehmen, in der Weimersmühle passende Voraussetzungen für seine Wohngruppe für betreute Kinder und Jugendliche.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. „Weil die Sanierungskosten das Budget von privaten Bauherren oder Bürgerinitiativen oftmals übersteigen, fördert die Stiftung mit Sitz in Stuttgart häufig denkmalgerechte  Renovierungsmaßnahmen“ so Dr. Kabierske.

Im Jahr 2017 hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits 19 Projekte unterstützt, im Jahr 2016 waren es 34. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.