Brucher Kelter vor Verfall retten: Denkmalstiftung unterstützt Instandsetzung des Daches

Artikel eingestellt am 29. September 2020

Stuttgart/Weissach im Tal-Bruch – Die alte Kelter von Bruch, einem Teilort von Weissach im Tal, soll renoviert und auch öffentlich genutzt werden. 1762 wurde sie von den ortsansässigen Wengertern in Kooperation erstellt und genutzt. Inzwischen ist das rechteckige Sandsteingebäude mit dem für Keltern typischen Walmdach vom Verfall bedroht. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt den privaten Eigentümer bei der Instandsetzung des Daches als erstem Sanierungsschritt mit einem Zuschuss in Höhe von 24.000. Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Die Brucher Kelter hat eine umfassende Sanierung nötig, die mit dem Dach beginnt“, unterstreicht Dr.-Ing. Eckart Rosenberger, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Dabei zeugt gerade der Dachstuhl von einer heute nur noch selten zu findenden Zimmermannskunst: Er wurde aufgesetzt auf einer massiven Eichenbalkenstatik, die dazu diente, die Presskräfte bei der Weinerzeugung aufzunehmen“, erklärt Rosenberger.

Eine weitere Besonderheit des Daches ist dessen Deckung: Sie besteht aus handgezogenen, gebrannten Lehmziegeln, die Spalten dazwischen sind mit Holzschindeln abgedichtet. Nach der Ertüchtigung der Unterkonstruktion sollen die historischen Ziegel wiederverwendet werden, um das Außenbild des Kulturdenkmals zu erhalten.

„Die Brucher Kelter war nicht nur ein wichtiges Arbeitsgerät der Weinbauern, sondern auch ein echter Gemeinschaftsbau“, ergänzt Rosenberger. „Sie ist gemeinschaftlich errichtet und bis in die 1930er Jahre durchgängig genutzt worden. Dass die Restaurierung auch mit Blick auf künftige Publikumsnutzung erfolgt, könnte diese Tradition in neuer Form fortsetzen.“

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 39 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt, weitere stehen noch an. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: B. Knödler, Weissach im Tal