Denkmalstiftung fördert Turmsanierung der Providenzkirche Heidelberg

Artikel eingestellt am 4. Juli 2018

Stuttgart / Heidelberg – Für viele ist die evangelische Providenzkirche eine Oase der Stille inmitten der belebten Heidelberger Altstadt. Daneben dient das barocke Gotteshaus als beliebter Konzertraum und als Jugendkirche. Doch ihr baulicher Zustand verlangt eine grundlegende Instandsetzung. Im ersten Bauabschnitt muss der Turm saniert werden. „Die Evangelische Kirchengemeinde Heidelberg erhält dafür von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg 50.000 Euro“, betonte der Geschäftsführer der Denkmalstiftung, Prof. h.c. Hermann Vogler bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags.

Die Providenzkirche mit der ältesten Kirchenorgel Heidelbergs ist für die Stadt ein bedeutendes Kulturdenkmal. Es ist geprägt durch seine wechselvolle Kirchen- und Baugeschichte. Errichtet wurde die Kirche 1659 bis 1661 auf Initiative von Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz. 32 Jahre später wurde sie bei den Auseinandersetzungen des Pfälzer Erbfolgekriegs 1693 zerstört, jedoch 1715 bis 1721 nach barocktypischen Plänen von Johann Jakob Rischer wieder aufgebaut. Der Innenraum der einschiffigen Saalkirche mit ihren Rundbogenfenstern in den Außenwänden wurde mehrfach umgestaltet. Heute präsentiert er sich im Stil der Neorenaissance.

Am Glockenturm mit seiner prachtvollen Spitze bröselt jetzt der Neckartäler Sandstein. Der ganze Turm weist erhebliche Schäden auf. Auch die Fenstergewände und das Balkongesims sind in einem kritischen Zustand. Teilweise müssen die Steine auch großformatig ausgetauscht werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Sie hilft besonders auch dort, wo denkmalgerechte Sanierungskosten das Budget privater Bauherren bei weitem übersteigen.

33 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2017 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie weit mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. „60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil die Stiftung neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen“, so der Geschäftsführer der Stiftung.

Foto: Architekturbüro Behrens, 76829 Landau