Denkmalstiftung fördert das Zechenwihler Hotzenhaus erneut

Artikel eingestellt am 12. Dezember 2018

Stuttgart / Murg – Seit 1748 steht das Zechenwihler Hotzenhaus in Murg. Als einer der letzten, original erhaltenen typischen Eindachhöfe des Südschwarzwaldes ist er seit fast 100 Jahren unverändert. Als einzigartiges Zeitzeugnis ist der repräsentative Hof eine wichtige Quelle für das Alltagsleben der bäuerlichen Bevölkerung der letzten Jahrhunderte. Weil die Kosten für die denkmalgerechte Instandsetzung von Wirtschaftsteil und Wohnhaus dieses kulturhistorisch wertvollen Anwesens nun doch höher ausfallen als ursprünglich geplant, fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Sanierung erneut mit 50.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale. Erstmals hat die Stiftung im Frühjahr 2017 100.000 Euro dafür bewilligt.

„Dass die Gemeinde das bemerkenswerte Kulturdenkmal gekauft hat und der engagierte Förderverein „Zechenwihler Hotzenhaus e. V.“ sich darum bemüht, das sanierte Anwesen zu einem ländlichen Kulturzentrum zu entwickeln, sehen wir als ideale Basis für das Gelingen dieses kulturellen, heimat­geschichtlichen und touristischen Projekts“, sagte Prof. h. c. Hermann Vogler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, bei der Übergabe des Zuwendungsvertrages an die Gemeinde Murg.

Nach der Sanierung, bei der durch ein aufwändiges Tragwerks-Konzept möglichst viel von der wertvollen Original-Substanz des Hofes bewahrt werden soll, ist geplant, die Scheune als Veranstaltungsraum zu nutzen. Der Wohnbereich ist als Schauobjekt für heimatkundlichen Unterricht von Schulen und Kindergärten vorgesehen. Denn ein Großteil der Ausstattung im Inneren des Wohngebäudes ist original erhalten. Damit zeigt das Hotzenhaus Wohn- und Wirtschaftsweise der bäuerlichen Bevölkerung, wie sie vor 100 Jahren war.

Aus denkmalpflegerischer Sicht sind das Walmdach des Gebäudes, die Bohlenwände und vor allem die kunstvolle Zimmermannskonstruktion mit Firstständern, die durch alle Geschosse reichen, von besonderer Bedeutung. Um diese historischen Bestandteile zu sichern, werden nun im ersten Bauabschnitt der Ökonomieteil instandgesetzt, Dach und Tragwerk denkmalgerecht stabilisiert und die Fassaden saniert. In weiteren Bauabschnitten folgt die Restaurierung des Wohnteils innen. Küche und Toiletten sollen in einem separaten neuen Schopf untergebracht werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

37 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.