Denkmalstiftung fördert Instandsetzung der Schlösslesmühle im Bärenthal dank Lotterie GlücksSpirale

Artikel eingestellt am 7. Dezember 2018

Stuttgart / Bärenthal – Sie ist das letzte Relikt der wechselvollen Geschichte von Ensisheim: Die Schlösslesmühle im Bärenthal ist heute vor allem als technisches Denkmal bekannt. Denn von 1911 bis 1963 besaß sie das größte oberschlächtliche Wasserrad aus Holz in Europa. Nach jahrzehntelangem Leerstand wird die Schlösslesmühle jetzt grundlegend saniert. Das fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg großzügig aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

Mit dem Kauf der Schlösslesmühle im Jahr 2013 hat der Eigentümer nicht nur die Hauptmühle, sondern auch die Beimühle erworben. Vielen ist diese Beimühle bekannt, denn die „Aktionsgemeinschaft Schlösslesmühle“ hat dort am Deutschen Mühlentag und am Tag des offenen Denkmals jahrelang einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Die Bürgergruppe aus dem Schwäbischen Albverein hat nach ihrer Gründung 1983 die Beimühle mit einem Nutzungsvertrag betrieben, das Gebäude denkmalgerecht restauriert, die beiden Mahlwerke original wieder instandgesetzt und das unterschlächtige Wasserrad gegen ein neues Mühlrad ausgetauscht.

Zwar ist durch den Verkauf an den heutigen Eigentümer der Nutzungsvertrag aufgelöst worden, Führungen gibt es jedoch weiterhin. Die „Aktionsgemeinschaft Schlösslesmühle“ hat sich aufgelöst – auch wegen mangelndem Zuwachs an jüngeren Mitgliedern.

Viel Eigenarbeit haben die Eigentümer in den ersten Bauabschnitt gesteckt, in dem es darum geht, den  Wohnbereich und die Gebäudehülle zu sanieren. Das einstige Mühlengebäude soll nicht nur ihnen als Privatwohnung dienen. Zusätzlich soll in dem historischen Gebäude Raum für Ferienwohnungen und für Veranstaltungen geschaffen werden.

„Es kommt nicht häufig vor, dass der Käufer eines Baudenkmals gleich noch ein zweites freiwillig oder gebunden über den Kaufvertrag dazu nimmt und dafür dann auch den laufenden Betrieb übernimmt, ohne dabei einen erkennbaren wirtschaftlichen Nutzen zu haben,“ sagte Prof. h. c. Hermann Vogler, Geschäftsführer der Stiftung aus Stuttgart bei der Übergabe des Zuwendungsvertrages an den Eigentümer. „Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördert jetzt großzügig, damit der Eigentümer den ersten Bauabschnitt in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt fertigstellen kann.“

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Sie fördert häufig dann, wenn die Kosten einer denkmalgerechten Sanierung die Mittel privater Bauherren bei weitem übersteigen.

36 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.