Denkmalstiftung fördert Renovierung des ehemaligen Weingärtnerhauses in Ettenheim-Münchweier

Artikel eingestellt am 28. Oktober 2019

Stuttgart/Ettenheim-Münchweier – Als Zeuge der jahrhundertealten Weinbautradition Ettenheims ist das ehemalige Weingärtnerhaus in der Oberen Straße 15 ein wichtiges Zeugnis für die Heimat- und Baugeschichte der Region. Nach langem Leerstand wird es jetzt denkmalgerecht saniert und bietet Platz zum Wohnen. Dabei steht der größtmögliche Erhalt der historischen Bausubstanz im Mittelpunkt. Dies unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit einem großzügigen Betrag.

Das freistehende Wohnhaus ist Teil eines früheren landwirtschaftlichen Anwesens. Der zweiflüglige Kellereingang lässt erkennen, dass das Gebäude als Weingärtnerhaus diente. Der Rundbogenscheitel trägt die Jahreszahl 1799. Neben dem Gewölbekeller in Tonnenform ist ein weiterer Raum mit Lehmboden und mehreren historischen Weinfässern erhalten. Der  Wohnbereich verfügt heute noch über die originale Grundrisseinteilung, eine historische Verbindungstreppe zum Obergeschoss und eine  Austrittsöffnung zum Aborterker über dem Misthaufen. Damit dokumentiert er die Lebensumstände einfacher aber durchaus nicht ärmlicher bäuerlicher Schichten um 1800.

„Aus Denkmalsicht interessant ist auch das Fachwerk in den Wohngeschossen: noch heute ist es überwiegend mit originalen, lehmverputzten Holzgeflecht-Ausfachungen versehen. Sie dokumentieren eine preisgünstige Bauweise, die heute nicht mehr praktiziert wird“, sagte Ministerialrat a.D. Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrages an die Bauherrschaft.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

51 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bisher in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige S Foto: Architekturbüro Dipl.-Ing. Franz-Josef Henninger, Ettenheim penden angewiesen.

Foto: Architekturbüro Dipl.-Ing. Franz-Josef Henninger, Ettenheim