Denkmalstiftung fördert Wohnhaussanierung in Teningen-Nimburg

Artikel eingestellt am 13. Juni 2019

Stuttgart/Teningen-Nimburg – 40 Jahre lang stand das Haus in der Breisacher Straße 30 in Teningen-Nimburg leer. Durch eine aufwändige Gesamtinstandsetzung wird das Kulturdenkmal vom Anfang des letzten Jahrhunderts wieder bewohnbar. Dies fördert die Denkmalstiftung mit einem großzügigen Betrag. Denn so kann das Gebäude mit seiner nahezu komplett erhaltenen Ausstattung der Erbauungszeit auch für die Zukunft gesichert werden.

Das Wohnhaus ist Teil einer Hofanlage und besteht seit 1906. 1924 kam das Ökonomiegebäude mit kleiner Brennerei dazu. Das Anwesen dokumentiert die Lebens- und Wirtschaftsweise der einstigen Bewohner, die auf Selbstversorgung ausgerichtet war und ist damit sozial- und wirtschafts­geschichtlich bedeutsam.

Eine Besonderheit ist das Dach des Wohnhauses, das zwei Varianten kombiniert: ein eingeschossiger Satteldachtrakt mit einem zweigeschossigen  Krüppelwalmdachtrakt. Zusammen mit dem pittoresken Giebelspieß nebst Wetterfahne knüpft dieser Dachstil an städtische Wohnbauformen der damaligen Zeit. Die von Putzfaschen umzogenen Zwillingsfenster und die doppelläufige Freitreppe belegen, dass die Bauherren das Gebäude nicht nur repräsentativ gestalten wollten, sondern sich an urbanen Architekturströmungen orientiert hatten. Im Innern ist noch eine späthistorische Ausstattung in seltener Geschlossenheit überliefert: eine originale Innentreppe, Pitchpine-Dielen, bauzeitliche Fußbodenfliesen, Wandtäfer, Kachelöfen, reich profilierte Türen und Fenster mit Originalbeschlägen und historische Holzrolläden. Eine stark an den Denkmalschutz orientierte Renovierung berücksichtigt die außergewöhnlich gut überlieferte Original-Ausstattung.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 37 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie nahezu 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bild: Eigentümer