Schonach, Fabrikgebäude

Denkmalstiftung bewilligt 50.000 Euro für Industriedenkmal in Schonach

Artikel eingestellt am 18. September 2018

Stuttgart / Schonach – Einst wurden im „Rundbau“ des Schonacher Werksgeländes der Firma Burger Uhrwerke für Kuckucksuhren gefertigt. Jetzt muss das seltene Industriedenkmal renoviert werden. Damit trotz energetischer Sanierung der typische Charakter der Fabrikationsarchitektur aus den 1950-er Jahren erhalten bleibt, unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Sanierung und Erneuerung von Fassade, Fenstern und Glasbausteinen mit einem großzügigen Betrag aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

Der so genannte Rundbau prägt die Ortseinfahrt von Schonach. „Der Bau ist für den Schwarzwald ein seltenes und mustergültiges Beispiel für die westdeutsche Industriearchitektur der 50-er Jahre und der boomenden Zeit des Wiederaufbaus. Um ihn denkmalgerecht zu erhalten, hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg 50.000 Euro für die Sanierung dieses Industriedenkmals bewilligt“, sagte Prof. Dr. Claus Wolf, Vorstandsmitglied der Stiftung aus Stuttgart, bei der Übergabe des Fördervertrags.

Der dreigeschossige Industriebau entstand 1955 nach Plänen des Freiburger Architekten Astfalk für das expandierende Feinmechanikunternehmen Burger, das sich ab Mitte der 1950-er Jahre vornehmlich auf die Produktion von Uhrwerken konzentrierte. Das Produktionsgebäude besticht durch seine Rasterbauweise, abgerundete Gebäudeecken, einem überkragenden Flachdach, Horizontalbändern mit Fenstern und Brüstungszonen, die einen Kontrast zur Vertikalgliederung mit Glasbausteinen bilden. Der Bau, damals für Stanzerei, Automatensaal und Montagearbeitsplätze gedacht, vereint alle typischen Elemente der Fabrikationsarchitektur dieser Bauzeit. Im Schwarzwald ist er ein überaus seltener Vertreter dieser Gattung. Wissenschaftliche und vor allem architekturhistorische Gründe sprechen für eine denkmalgerechte Erhaltung dieses außergewöhnlichen Industriedenkmals.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Sie hilft besonders auch dort, wo denkmalgerechte Sanierungskosten das Budget privater Bauherren bei weitem übersteigen.

33 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2017 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bild: KUNER ARCHITEKTEN PartmbB,
M. A. Katharina Fehrenbach, 78120 Furtwangen