Ehemaliges Rebleutehaus des Klosters Salem wird schonend saniert – Denkmalstiftung hilft

Artikel eingestellt am 22. Mai 2017

Stuttgart / Sipplingen – Einst drehte sich im ehemaligen Rebleutehaus des Klosters Salem in Sipplingen alles um den Wein. Heute gilt das Kulturdenkmal am Rande des alten Ortskerns der Bodenseegemeinde als ein anschauliches Zeugnis der reichen Bau- und Wirtschaftskultur des Klosters. „Die sorgfältige Sanierung trägt dazu bei, den Charakter des historischen, denkmalpflegerisch wertvollen Gebäudes auch für künftige Generationen zu erhalten. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt das Sanierungsprojekt deshalb mit einem stattlichen Betrag“ bestätigte der Geschäftsführer der Denkmalstiftung, Hermann Vogler.

1595 wurde das Rebleutehaus mit Torkel gebaut, Teile des Gewölbekellers stammen vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Zwar wurde das Haus im 19. Jahrhundert umgebaut, große Teile der ursprünglichen Substanz jedoch sind dabei erhalten geblieben – wie beispielsweise die Raumaufteilung im Erd- und Obergeschoss oder Reste der Putzfassungen, die mittlerweile restauriert sind.

Das Fachwerkhaus mit dem massiven Sockel- und Erdgeschoss überzeugt durch eine qualitätsvolle historische Ausstattung. Viele Elemente haben die vier Jahrhunderte bis heute überdauert, so zum Beispiel Wandfassungen im Obergeschoss oder das imposante Vollwalmdach.

Diese historischen Elemente werden nun schonend restauriert – dank der erfahrenen und auf Denkmalpflege spezialisierten Architektin Corinna Wagner-Sorg, die für ihre Objekte schon mehrfach Denkmalpreise erhalten hat. In der Zusammenarbeit zwischen ihr, dem Landesdenkmalamt und den Eigentümern hat es sich gezeigt, dass es sich durchaus lohnt, vor der Renovierung eine sorgfältige Bauforschung und Bauuntersuchung zu betreiben.

Nach Abschluss der Arbeiten nutzen die Eigentümer das Dachgeschoss des historischen Gebäudes als Wohnung, im Erd- und Obergeschoss entsteht je eine einfache Ferienwohnung.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Die Stiftung mit Sitz in Stuttgart hilft oft dann, wenn denkmalgerechte Umbauten das Budget privater Eigentümer übersteigen.

34 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2016 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. „Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen“, betonte der Geschäftsführer bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags in Sipplingen.

Architektin: Freie Architektin Dipl.-Ing. Corinna Wagner-Sorg, Bambergen, Im Kirchleösch 31, 88662 Überlingen am Bodensee