Gasthof zur Krone in Albstadt-Lautlingen wird reaktiviert: Denkmalstiftung fördert Instandsetzung

Artikel eingestellt am 4. Juli 2019

Stuttgart/Albstadt-Lautlingen – Einst war es Herberge, herrschaftliches Gästehaus und Wirtshaus: Dem Gasthaus Krone in Albstadt-Lautlingen soll nach langem Leerstand und einer denkmalverträglichen Gesamtinstandsetzung wieder neues Leben eingehaucht werden. Nach der Restaurierung des straßenbildprägenden Gebäudes wollen die Eigentümer die Familientradition weiterführen und das eindrucksvolle Gasthaus Krone wieder in Betrieb nehmen. Für die sorgfältige Restaurierung erhalten die Bauherren einen großzügigen Betrag von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Die jetzigen Hauseigentümer sind zwei Familienmitglieder der fünften Generation. Sie sind in der Krone aufgewachsen und fühlen sich dem Haus ebenso wie dem Ort und dessen Gemeindeleben sehr verbunden. Deshalb ist es ihr Ziel, das Gasthaus Krone in der Ortsmitte wieder zum Zentrum der Einkehr und der Kommunikation zu machen und darin ein  Café, einen Hofladen, einen Biergarten und Gästezimmer zu betreiben. Geplant sind auch kulturelle Veranstaltungen.

„Für die Gemeinde ist das ein Glücksfall, für den Denkmalschutz ebenso“, sagte Erich Fürst von Waldburg-Zeil, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags an die Eigentümer. Denn durch die statische Sicherung und die Baumaßnahmen soll im Innern der ursprüngliche Zustand des 18. Jahrhunderts wieder hergestellt werden – vor allem soll die holzvertäferte Herrschaftsstube wieder sichtbar sein. „Angesichts der großartigen Familienleistung und der sehr vorbildlichen Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt hat die Stiftung auch eine entsprechende finanzielle Unterstützung möglich gemacht“, sagte das Vorstandsmitglied der Stiftung aus Stuttgart.

Das Gasthaus Krone zählt zu den wenigen Bauten auf der Schwäbischen Alb, das durch sein aufwändig verziertes Sichtfachwerk besticht. 1697 wurde es im Auftrag der Familie Stauffenberg als großzügige Herberge an der Durchgangsstraße gebaut. Während des 18. Jahrhunderts diente es als Gäste- und Wirtschaftshaus der gräflichen Ortsherrschaft. Seit dem frühen 19. Jahrhundert ist es Wirtshaus. Die heutige Eigentümerfamilie hat das Gasthaus vor 154 Jahren erworben und in vier Generationen betrieben. In den kommenden Familienbetrieb wird die fünfte und sechste Generation eingebunden.

Der Umbau orientiert sich stark am historischen Bestand. Ein Neubau für Gästezimmer nebenan – anstelle der abgebrochenen Stallscheune – trägt dazu bei, dass nur wenig in die historische Substanz des Kulturdenkmals eingegriffen werden muss. So kann der mächtige, bauzeitliche Dachstuhl mit eingebauter Räucherkammer ebenso unverändert erhalten bleiben wie der eindrucksvolle Keller mit seinem vier Meter hohen Tonnengewölbe und dem originalen Steinplattenboden. Der eiserne Ofen in der Gaststube mit seiner kronenartig verzierten Oberkante ist ein besonderes Ausstattungsstück.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

37 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie nahezu 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bild: Dr. Stefan Blum, Büro für Architektur und Bauforschung. St. Peter