Gedeckte Holzbrücke in Hiltensweiler kann restauriert werden

Artikel eingestellt am 30. Oktober 2013

Dank Mitteln aus der Lotterie GlücksSpirale fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die gedeckte Holzbrücke in Hiltensweiler bei Wangen-Schomburg

Die alte gedeckte Holzbrücke über die Obere Argen in Hiltensweiler bei Wangen im Allgäu kann jetzt wieder instand gesetzt werden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg gewährt einen Zuschuss von 30.000 Euro zu den gesamten Sanierungskosten von rund 188.000 Euro. Möglich geworden ist dies, weil die Denkmalstiftung seit diesem Jahr Empfängerin von Mitteln aus der Lotterie GlücksSpirale ist. Damit wird eine der ältesten Holzbrücken Baden-Württembergs vor ihrem zunehmenden Verfall bewahrt.

Die 42 Meter lange und sechs Meter breite Flussbrücke hat mittlerweile Seltenheitswert. Im Landkreis Ravensburg ist sie zwar zusammen mit den Holzbrücken in Ratzenried-Neumühle und Neuravensburg-Föhlschmitten eine von drei gedeckten Holzbrücken aus dem 18. Jahrhundert, europaweit jedoch sind solche Brücken nur noch vereinzelt im Voralpenland anzutreffen und stellen damit markante Kulturdenkmale dar.

Gebaut wurde die heute kulturhistorisch überregional bedeutende Holzbrücke in Hiltensweiler um das Jahr 1790. Der St. Galler Fürstabt Beda Angehrn hatte sie errichten lassen, um seine Bemühungen um bessere Verkehrsverhältnisse fortzusetzen, die er im Schweizer Kernland seines Herrschaftsbereichs früher begonnen hatte. In einem Bericht von 1856 heißt es, die Brücke verbinde die Staatsstraße von Memmingen nach Lindau. Diese Straße sei bis zum Bau der Eisenbahnlinie zwischen Augsburg und Lindau die „befahrenste Straße Württembergs“ gewesen, auf der der bedeutende Kornhandel Bayerns und eines Teils von Baden-Württemberg in die Schweiz stattgefunden habe.

 

Bis 1929 führte der Hauptverkehr der damaligen Reichsstraße über die gedeckte Argen-Holzbrücke, dann wurde der Straßenzug der heutigen Bundesstraße B 18 verlegt und eine neue Argenbrücke gebaut. 1966 wurde die alte Holzbrücke für sämtliche Fahrzeuge gesperrt. Seither dient sie als Fußgänger- und Fahrradbrücke.

Vor 50 Jahren ist die mittlerweile mehr als 220 Jahre alte Brücke mit dem Vollwalmdachabschluss formell in das Landesverzeichnis der Baudenkmale eingetragen worden.

Saniert wurden Teile der Holzkonstruktion immer wieder. 1938 wurde das Schindeldach ausgebessert, 1966 wurde es neu eingedeckt, der Bodenbelag musste damals ebenfalls repariert werden. Nachdem die Gemeinde Schomburg 1967 die Holzbrücke per Vertrag an die Große Kreisstadt Wangen abtrat, ging sie durch die Kreisreform 1973 als kostbares Erbstück an den neuen Landkreis Ravensburg. 1988 wurde sie grundlegend saniert.

Aufgrund von Pilzbefall, Fäulnisschäden, Verwitterung und Vermoosung in den vergangenen zwei Jahrzehnten besteht mittlerweile erneuter Sanierungsbedarf. Die Holzkonstruktion der Brücke soll nun unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange sehr behutsam in traditioneller Zimmermannstechnik instand gesetzt und restauriert werden. Das ist nun dank der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und der Förderung durch die GlücksSpirale möglich geworden. Daneben steuert das Denkmalförderprogramm des Landes Baden-Württemberg 27.000 Euro bei. Zusätzlich kommen 60.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes, das dringende Sanierungsarbeiten an bedeutenden Kulturdenkmalen ermöglicht.