Mannheimer Bürgerhaus in der Jungbuschstraße: Denkmalstiftung unterstützt Instandsetzung

Artikel eingestellt am 14. Dezember 2018

Stuttgart / Mannheim – Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebäude in der Mannheimer Jungbuschstraße 15 ein repräsentatives Wohnhaus wohlhabender Bürger. Heute ist das viergeschossige Mehrfamilienhaus in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Bei Vorarbeiten zur seiner Renovierung  wurden seltene und erhaltenswerte Fassadenmalereien entdeckt. Der Eigentümer will das einst schmucke Haus mit seinen wertvollen Renaissanceelementen wieder instand setzen. Dabei unterstützt ihn die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit einem ansehnlichen Betrag.

Das Bürgerhaus ist Teil einer historischen Häuserzeile, die während des starken Wachstums Mannheims als prosperierender Wirtschaftsstandort im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Von der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg ist das renaissancezeitliche Gebäude in dem heutigen Brennpunktgebiet der Stadt zum Glück verschont geblieben.

Architektonisch hatte sich der Baumeister des aufwendig gestalteten Wohnhauses an italienische Palazzi orientiert. Die renaissancezeitlichen Formen und Schmuckelemente an der natursteinverkleideten Straßenfassade dokumentieren einen selbstbewussten Repräsentationsanspruch wohlhabender bürgerlicher Schichten im ausgehenden 19. Jahrhundert. „Mit der Sanierung der Fassade und der Balkone sowie der Konservierung der figürlichen Wandmalereien wird ein bauliches Zeugnis einer Epoche erhalten, das an vermögende Bürger erinnert, die dem Adel Macht und Einfluss streitig machten“, sagte Ministerialrätin Annika Ahrens, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrages.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Sie hilft vor allem dann, wenn die denkmalpflegerischen Kosten der Sanierung das Budget privater Bauherren bei weitem übersteigt.

37 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: T. Fischer, Mannheim