Museum erweitert sich: Denkmalstiftung fördert Instandsetzung von zwei Räumen im Brahmshaus in Baden-Baden aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale

Artikel eingestellt am 6. August 2020

Stuttgart/Baden-Baden – Im Brahmshaus im Baden-Badener Stadtteil Lichtental werden Besucher bald noch mehr Eindrücke aus der Zeit, als der Komponist Johannes Brahms dort lebte, gewinnen können: Zwei weitere Räume, die bisher nicht öffentlich zugänglich waren, sollen denkmalgerecht aufgearbeitet werden und das bestehende Museum vergrößern. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Instandsetzung der beiden Räume mit einem Zuschuss von 12.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Die Ausstattung des Wohnhauses ist weitgehend im Originalzustand erhalten“, betont Staatssekretärin Katrin Schütz, Vorsitzende des Kuratoriums der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Dadurch kommt dem Gebäude eine ganz besondere Bedeutung zu: Es hat zum einen beträchtlichen heimat- und kulturgeschichtlichen Wert als Schaffens- und Wohnstätte des berühmten Komponisten – und es dokumentiert darüber hinaus in seltener Vollständigkeit die Wohnverhältnisse künstlerischer Kreise im fortgeschrittenen 19. Jahrhundert.“

Zehn Sommer hat Johannes Brahms in Lichtental verbracht. In den Jahren 1865 bis 1874, als sich Baden-Baden zur Sommerhauptstadt Europas entwickelte, lebte und arbeitete er dort jeweils mehrere Monate lang. Dazu hatte er sich im Dachgeschoss des Hauses der Witwe Becker eingemietet. In dem Gebäude am Hang mit großem Garten fand er die nötige Ruhe und Abgeschiedenheit zum Komponieren. Viele seiner bekannten Kompositionen sind hier entstanden oder vollendet worden. Seine 2. Sinfonie trägt seither den Beinamen „Lichtentaler Sinfonie“.

Das Brahmshaus in Baden-Baden ist die einzige Gedenkstätte für den Komponisten in Deutschland. Das Gebäude wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunächst als Bauernhaus errichtet und später zu einem Wohnhaus umgebaut. 1966 wäre es beinahe abgerissen worden. Zu seiner Rettung gründete sich die Brahmsgesellschaft Baden-Baden und kaufte das Haus als Verein. In den beiden Räumen, die jetzt das eingerichtete Museum erweitern sollen, steht neben der Instandsetzung des historischen Dielenbodens und der originalen Fenster auch die Restaurierung eines Deckengemäldes an.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 39 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt, weitere stehen noch an. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Brahmsgesellschaft Baden-Baden e.V.