Nach dem Turm auch die Fassade: Stiftskirche Hechingen erhält von der Denkmalstiftung weitere Förderung aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale

Artikel eingestellt am 22. November 2019

Stuttgart/Hechingen – Der prägnante Turm der Hechinger Stiftskirche ist bereits restauriert worden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hatte die Arbeiten an der katholischen Stadtpfarrkirche St. Jakobus im Jahr 2016 mit einer Summe von 100.000 Euro unterstützt. Während der Arbeiten am Turm zeigten sich auch an der Westfassade deutliche Schäden: Aus der Natursteinwand zum Kirchplatz hin lösten sich Steinteile, durch ausgewaschene Fugen hatten sich bereits die Bedachungen über den historischen Glasfenstern abgesenkt. Auch die Fenster selbst müssen restauriert werden.

„Hier ist eine Sanierung besonders dringend und zwingend“, betonte Prof. Rainer Prewo, Vorsitzender des Vorstandes der Denkmalstiftung, als er der Kirchengemeinde ein weiteres Mal die erfreuliche Nachricht überbrachte: Das Gremium hat entschieden, auch die Instandsetzung der Westfassade als eigenständiges Projekt zu fördern. Aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale werden dafür 30.000 Euro bereitgestellt. „Damit unterstützen wir die finanziell stark beanspruchte Kirchengemeinde dabei, die gravierenden Schäden zu beheben und die Hechinger Stiftskirche als bedeutsames Kulturdenkmal zu erhalten“, sagte Prewo bei der Übergabe des Zuwendungsvertrages.

Weithin sichtbar überragt die ehemalige Stiftskirche St. Jakobus seit bald zweieinhalb Jahrhunderten die hochgelegene Hechinger Oberstadt. Als bedeutsames Beispiel des Frühklassizismus in Baden-Württemberg hat ihr Baustil andere Kirchenbauten der Region maßgeblich beeinflusst. Außen wie innen bezeugen wiederkehrende Gestaltungselemente und maßvoller Dekor die Abkehr vom barocken Überfluss. Die Fenster stammen aus der Bauzeit der Jahre 1779 bis 1783. Sie werden nun ebenso instandgesetzt wie die bereits abbröckelnden Natursteine der Westfassade.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

56 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bisher in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Dipl.-Ing. Wolfram Golias, Freier Architekt, Hechingen