Neunhellerhaus Ladenburg: Stattliche Summe für die Fassadensanierung – Denkmalstiftung hilft dank Lotterie GlücksSpirale

Artikel eingestellt am 4. Juli 2018

Stuttgart / Ladenburg – Das prächtige Neunhellerhaus am Ladenburger Marktplatz hat eine lange Geschichte. Noch heute sind der Reichtum und der Repräsentationsanspruch der Erbauer deutlich sichtbar. Das beeindruckende, im Kern noch mittelalterliche Fachwerkhaus prägt das Stadtbild der historischen Altstadt mit. Die imposante Fachwerkfassade hat in den letzten Jahren zu bröckeln begonnen, so dass eine Sanierung dringend nötig geworden ist. Für die aufwändige Instandsetzung erhalten die privaten Eigentümer nun von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg einen stattlichen Betrag dank Fördermitteln der Lotterie GlücksSpirale.

Das Kulturdenkmal, das seit Jahrhunderten in prominenter Lage am Ladenburger Marktplatz steht, wurde in unterschiedlichen historischen Epochen erstellt. Der erste Bau stammt aus der Zeit um 1100, das Erdgeschoss aus der Zeit um 1300 und der heutige Fachwerkbau geht auf das 16. Jahrhundert zurück.

Das imposante, dreigeschossige Bürgerhaus, dessen Namen an die ursprünglichen Eigentümer Neunheller erinnert, besticht nicht zuletzt durch sein aufwändiges Fachwerk mit geschweiften Andreaskreuzen sowie sein Renaissanceportal mit Allianzwappen von 1541 und Resten von Malereien aus der Renaissancezeit.

„Mit ihrer Förderung der Instandsetzung eines solch stadtbildprägenden Denkmals würdigt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Bemühungen der privaten Eigentümer und nicht zuletzt auch das Bemühen der Stadt Ladenburg selbst, fortwährend die historische Altstadt zu sanieren“, betonte der Geschäftsführer der Denkmalstiftung, Prof. h.c. Hermann Vogler, bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags. Die einstige Bischofsstadt gehört zu den ältesten Städten Deutschlands, Reste der römischen Bebauung sind noch heute im Stadtbild erkennbar.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

„Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Sie hilft besonders auch dort, wo denkmalgerechte Sanierungskosten das Budget privater Bauherren bei weitem übersteigen“, so der Geschäftsführer der Stiftung.

33 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2017 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen

Foto: GRUNDVALOR GmbH, Schriesheim