Sanierung der Fachwerkfassade: 20.000 Euro für das Große Haus in Neuffen

Artikel eingestellt am 12. Juni 2019

Stuttgart / Neuffen – Für die Sanierung des maroden Fachwerks am Großen Haus in Neuffen erhält die Stadt jetzt 20.000 Euro von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Damit unterstützt die Stiftung aus Stuttgart die Bemühungen der Stadt um eine sorgfältige Stadtsanierung. Schließlich gehört das Große Haus in der Schillingstraße 14  zu den ältesten Bauwerken Neuffens und ist das einzige größere Gebäude, das den Stadtbrand während des Dreißigjährigen Krieges 1634 überstanden hat.

Gebaut wurde es im 14. Jahrhundert an der Stadtmauer als Adelssitz der Familie Schilling von Cannstatt. 1573 wurde der spätmittelalterliche, trutzige Unterbau um ein neuzeitliches Fachwerkgeschoss mit Fenstern und Satteldach aufgestockt, umgestaltet wurde das Gebäude 1595 und 1707. Aus Denkmalsicht dokumentiert das Große Haus den allgemeinen Wandel der Architektur adeliger Herrschaftssitze jener Epoche und stellt ein seltenes Beispiel eines ursprünglich mittelalterlichen Freiadelssitzes mit Renaissance-Fassaden-Farbfassung dar.

1979 war das baufällige Gebäude vom Abriss bedroht. Auf Drängen des Landesdenkmalamtes hat die Stadt Neuffen das Gebäude gekauft – mit Mitteln des Landes, des Landkreises und aus Eigenmitteln. Seit der grundlegenden Sanierung 1983 bis 1986 sind im Großen Haus das Stadtmuseum und die Stadtbücherei untergebracht. Die aufwändige Renovierung der ockerfarbenen Fachwerkfassade umfasst das Fachwerk, die Mauern, die Natursteine und die Fenster.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

37 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie nahezu 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bild: Raimund Maier, Freier Sachverständiger, Erkenbrechtsweiler