Stabilität statt Einsturzgefahr: Denkmalstiftung fördert Instandsetzungsarbeiten an der Mauer des Schlosses Biengen

Artikel eingestellt am 15. Juli 2020

Stuttgart/Bad Krozingen-Biengen – Schloss Biengen, am nördlichen Ortsrand gelegen, stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert. Es besteht aus einem zweiflügeligen Hauptgebäude und einem großen Wirtschaftshof, direkt daneben steht die Pfarrkirche St. Leodegar. Eine historische Bruchsteinmauer umfasst das Ensemble und stützt das Gelände zur Schlossstraße hin ab. Ein baufällig gewordener Teil davon wurde nun mit finanzieller Unterstützung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg denkmalgerecht instandgesetzt und stabilisiert.

„Der Erhalt der Mauer trägt wesentlich dazu bei, den ortsbildprägenden Charakter der historischen Schlossanlage zu bewahren“, unterstreicht Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Dies gelingt vor allem durch das denkmalverträgliche Konzept des Bauherrn für die Instandsetzungsarbeiten.“

Auf einer Länge von gut 15 Metern wies die Schlossmauer Fehlstellen und lose Steine auf. Verwitterte Fugen gefährdeten zudem die Standsicherheit. Deshalb waren Rückverankerungen des Mauerwerks mit Hilfe von Pfeilerrücklagen von Nöten, um den Erddruck des dahinterliegenden Geländes mit seinem langgezogenen Wirtschaftsgebäude aufzufangen. Außerdem wurde die Bruchsteinmauer selbst instandgesetzt: Lose Steine wurden gesichert, fehlende Stellen ergänzt und der stabilisierende Fugenmörtel erneuert. Dadurch wurde nicht nur die historische Mauer dem Baudenkmal angemessen restauriert, sondern die Schlossstraße an dieser Stelle auch wieder gefahrlos passierbar.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 55 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2019 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Familie von Cornberg