Vogtshof in VS-Marbach: Denkmalstiftung fördert Instandsetzung des historischen Dielenfußbodens

Artikel eingestellt am 13. August 2020

Stuttgart/VS-Marbach – Der ehemalige Vogtshof ist ein stattliches Gebäude direkt an der Durchgangsstraße von Marbach, einem eingemeindeten Stadtteil von Villingen-Schwenningen. Erbaut im Jahr 1796, diente es dem Vogtbauern nicht nur als Wohnhaus seiner Hofanlage – es enthielt auch eine repräsentative Amtsstube, in der er seinen Aufgaben als ortsansässiger Richter und Verwaltungsbeamter nachgehen konnte. Jetzt sollen die Decke und der darüberliegende Dielenfußboden saniert werden. Dabei unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg den privaten Eigentümer mit einem Zuschuss.

„Der Umgang des Besitzers mit der historischen Substanz ist vorbildlich“, lobt Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Er saniert das Bau- und Kulturdenkmal mit viel Eigenleistung Zug um Zug. So viel Einsatz ist bewundernswert.“

Nach der Aufarbeitung von Holzfenstern, Täfer und Treppe im vergangenen Jahr kommt im nächsten Schritt nun der Fußboden der Wohnstube im Obergeschoss an die Reihe. Dazu sollen zunächst die breiten Bretter des Dielenbodens entfernt werden, um die darunterliegende Schüttung auszutauschen. Diese rieselt bislang auf die darunterliegende Decke der unteren Stube, die sich schon ausbaucht. Mit einer neuen Schüttung und einer neuen Unterkonstruktion soll künftiges Durchrieseln verhindert werden. Die Dielen und Holzleisten werden anschließend aufgearbeitet und am Ende wieder angebracht.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 39 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt, weitere stehen noch an. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Eigentümer