Wohnhaus des Marbacher Vogtshofs: Denkmalstiftung fördert Sanierung der Wohnhausstube

Artikel eingestellt am 13. Juni 2018

Stuttgart / Villingen-Schwenningen-Marbach – Einst residierte der Marbacher Vogt in dem Haus in der Kirchdorferstraße in Marbach. Das zweigeschossige Gebäude beherbergte seinen Amtssitz ebenso wie seine Privaträume und war Teil des 1796 errichteten Marbacher Vogtshofes. Noch heute sind die repräsentativen Stuben mit Wand- und Deckentäfern in großen Teilen aus der Originalzeit erhalten. Damit das so bleibt, müssen sie instand gesetzt werden. Deshalb unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg den Eigentümer finanziell bei der Restaurierung der Holzarbeiten.

Das Gebäude ist für das Marbacher Ortsbild prägend. Aus Sicht der Denkmalpflege ist das Wohnhaus eines der wenigen herausragenden progressiven ländlichen Bauten der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in der Region. Insbesondere die seltenen und ausgesprochen qualitätsvollen bauzeitlichen Ausstattungen der beiden Stuben im Erd- und Obergeschoss gelten als echte Rarität.

Der Bauherr, der das seit Beginn bestehende Familienerbe teils geerbt, teils gekauft hat, will in kleinen Schritten zunächst das Wohnhaus der sanierungsbedürftigen Hofanlage instand setzen. Im ersten Sanierungsabschnitt stehen einige bauzeitliche Fenster und die Restaurierung des Holztäfers in der repräsentativen Oberen Stube an. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg will auch weitere Etappen der schrittweisen Instandsetzung unterstützen.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

33 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2017 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie weit mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.