Gewusst wo? Denkmale im Land Nr.: 4/2014

Artikel eingestellt am 26. November 2014

1404 Denkmalraetsel DenkmalstiftungDer Ort ist, wie es sich für eine ehemalige Reichsstadt gehört, reich an Türmen verschiedenster Formen: rund mit Zinnen oder viereckig mit Staffelgiebeln, Zelt- oder Kegeldächern. Andere frühere Reichsstädte weiter im Norden des Landes sind mit ihren hochragenden Erkennungszeichen bei Weitem nicht so sorgsam umgegangen. Hier aber zählt der offizielle Stadtführer – ohne Kirchtürme – immerhin noch elf. Einen von ihnen suchen wir. Er steht im Norden der im 14. Jahrhundert erneuerten Stadtbefestigung und erhielt seine heutige Gestalt im 16. Jahrhundert.

Charakteristisch: die vier Staffelgiebel. Eine „Viergiebeligkeit“, die auch dem Turm einer recht berühmten spät gotischen Kirche in seiner unmittelbaren Nähe eigen ist. Mit dieser Kirche, die uns wegen ihrer einzigartigen Glasfenster unlängst einen größeren Beitrag wert war, hat der gesuchte Torturm auch eine große Namensähnlichkeit. Wie eng beide Bauwerke beieinander stehen, zeigt unser Bild, das vom Westportal der (namensverwandten) Kirche aufgenommen ist.

An den Fortifikationscharakter des Rätselturms erinnern noch Schießscharten und ein Erker zum Herabschütten von Pech, eine so genannte Pechnase. Als das Bauwerk 1982 vollständig ausbrannte, ließen es die ehemaligen Reichs- und Handelsstädter nach alten Befunden wieder originalgetreu aufbauen, so wichtig war es ihnen. Wie also ist der Name dieses 35,5 Meter hohen Turms und wie heißt die Stadt, deren Bürger sich so rührig um die Bauten ihrer von allen Kriegsschäden verschonten Altstadt kümmern?

Ravensburg, die einst freie Reichsstadt in Oberschwaben, ist ja sozusagen „voll gestopft“ mit feinsten Denkmalen und immer einen Besuch wert. Offensichtlich waren schon zahlreiche unserer Leser dort.

Darauf lassen die vielen Hundert eingegangen richtigen Lösungen schließen. Das Frauentor am Rande der Altstadt ist wohl nur einer von etlichen Turmbauten Ravensburgs, aber eben markant und unübersehbar.

Wir gratulieren den glücklichen Gewinnern des Buches „Museen in Baden-Württemberg“, das natürlich zu weiteren Besuchen interessanter Stätten in unserm Land anregen kann: Heinrich E., Oberstenfeld-Gronau; Christel F., Remshalden; Wolf-Dieter H., Stuttgart; Helmut K., Rheinfelden; Stefan T., Gingen.