Villa des Kinderschutz-Zentrums Stuttgart am Eugensplatz ist Denkmal des Monats Mai 2018

Artikel eingestellt am 26. April 2018

Stuttgart – Ende des 19. Jahrhunderts war die repräsentative Villa in der Alexanderstraße 2 am Stuttgarter Eugensplatz Wohn- und Geschäftshaus des Weinhändlers Heinrich Schindler. Seit November letzten Jahres hat darin das Kinderschutz-Zentrum Stuttgart sein neues Domizil. In den letzten Jahrzehnten ist das städtische Gebäude ziemlich heruntergekommen. Deshalb war ein aufwändiger finanzieller und handwerklicher Kraftakt nötig, damit die Beratungs- und Kriseneinrichtung für Kinder und Familien in das frisch sanierte Haus einziehen konnte. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt nun dieses stadtbildprägende Bauwerk zum Denkmal des Monats Mai 2018.

Damit würdigt sie das Bemühen des Kinderschutz-Zentrums und der Stadt Stuttgart, das prominente Gebäude aus dem Jahr 1888 zu retten, langfristig zu sichern und dadurch Kindern und Erwachsenen, die Gewalt- und Krisensituationen erlebt haben, freundliche Therapie- und Beratungsräume sowie einen Therapiegarten zu bieten.

Die Architekten Adolf und Carl Eckert haben das Gebäude einst für Heinrich Schindler als Mietobjekt errichtet. Weil in den rund 130 Jahren kaum etwas an dem repräsentativen, 600 Quadratmeter großen Mehrfamilienhaus mit seinen Konsolen, Säulen, gesprengten Giebeln und schmiedeeisernen Balkonen verändert wurde, verfügt es über einen gut überlieferten historischen Bestand. Die Denkmalstiftung hat die denkmalgerechten Renovierung des Gebäudes mit 100.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützt.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

33 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2017 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie weit mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bild: Karlheinz-Fuchs, Stuttgart