Andachtsraum mit geschnitztem Altar: Denkmalstiftung fördert Restaurierung der Kapelle von Schloss Munzingen

Artikel eingestellt am 7. Juni 2022

Stuttgart/Freiburg – Schloss Munzingen im gleichnamigen Teilort von Freiburg zählt zu den bedeutendsten Schlossanlagen im Breisgau. Erbaut 1672 für den Statthalter Vorderösterreichs, Graf Johann Friedrich von Kageneck, befindet es sich seither in Familienbesitz. Jetzt unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Restaurierung der Schlosskapelle mit einem Zuschuss von 10.000 Euro.

„Ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung zu besitzen, ist Ehre und Herausforderung zugleich“, betont Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Es gibt praktisch immer etwas zu tun. Und man sieht Schloss Munzingen die Bestrebungen der Eigentümerfamilie, es gut in Schuss zu halten, außen wie innen an.“ Auch die Denkmalstiftung habe dazu schon mehrfach einen Beitrag geleistet, so Köhler, etwa bei der Sanierung von Deckengemälden oder der Dachinstandsetzung.

Die Kapelle des Schlosses ist ein kleiner, rechteckiger Raum im Erdgeschoss des Südflügels mit Kreuzgratgewölbe und einem deckenhohen, reich verzierten Altar. Zahlreiche Devotionalien sowie sakrale Geräte und Textilien sind im Lauf der Jahrhunderte hinzugekommen und sorgen für ein bemerkenswert authentisches Erscheinungsbild. Die Kapelle wird privat genutzt, steht aber bei Führungen und am Tag des Denkmals auch Besuchern offen.

Bei der anstehenden Sanierung stehen die Oberflächen von Raumschale und Altar sowie die Reinigung der Ausstattungselemente im Mittelpunkt. Kleinere Risse, gelockerte Stuckelemente und abgelöste Putzstellen sollen instandgesetzt werden, am aufwendig geschnitzten Altar ist eine Festigung der Malschichten vorgesehen. Dessen zentrales Gemälde zeigt die Muttergottes mit dem Jesuskind. Der bestehende Charakter der Raumausstattung soll insgesamt erhalten bleiben.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 10 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.600 Vorhaben mit annähernd 64 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Grether Restauratoren, Freiburg