Fachwerkgiebelhaus in der Ulmer Büchsengasse wird „Denkmal des Monats April 2018“

Artikel eingestellt am 28. März 2018

Stuttgart / Ulm – Kurz vor seinem endgültigen Zerfall hat ein Ulmer den mittelalterlichen Gebäudekomplex in der Büchsengasse gerettet. Dass sich hinter den heruntergekommenen Räumen ein baugeschichtliches Juwel verbirgt, hat erst die Sanierung gezeigt. Jetzt erhält das Kulturdenkmal in der Ulmer Innenstadt nördlich des Münsters die Auszeichnung „Denkmal des Monats April 2018“. Damit trägt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg dem Mut und dem hohen finanziellen Engagement des Bauherrn Rechnung, eines der ältesten Häuser Ulms zu sanieren und dort Wohn- und Büroräume zu schaffen.

55 Jahre lang war das verwinkelte Haus unbewohnt. Der lange Dornröschenschlaf hat den Zerfall des verschachtelten Ensembles, das sich um einen Innenhof gruppiert, noch beschleunigt. Seit 1905 ist das Objekt als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingestuft. Bauhistorisch ist es sehr interessant, finden sich darin doch Elemente aus Gotik, Renaissance und Barock. Die ältesten Teile des Fachwerkgiebelhauses befinden sich im Rückgebäude. Die spätmittelalterliche Bausubstanz geht auf die Zeit um 1410 zurück. Das Vorderhaus stammt von 1618 und wurde im 18. Jahrhundert verändert.

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg begrüßt das Engagement des Bauherren, der versucht hat, Originalteile dieses hochkarätigen Baudenkmals so gut wie möglich zu erhalten und fachgerecht zu restaurieren – wie etwa die markanten Fensterbänder aus der Renaissance an der Gassenfront wiederherzustellen. Im Sommer 2016 hat die Stiftung aus Stuttgart den Eigentümer mit einer ansehnlichen Summe aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützt.

Mit der aufwändigen Instandsetzung ist auch eines der letzten Kulturdenkmale in dem Viertel nach dem Zweiten Weltkrieg wieder restauriert worden. Für das Stadtbild ist der Erhalt dieses stummen Zeitzeugen ein deutlicher Gewinn.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

33 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2017 unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie weit mehr als 1.400 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. 60 Prozent davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.