Familie renoviert Oberförsterei: Denkmalstiftung fördert Instandsetzung der Villa Hubertus in Beuron

Artikel eingestellt am 21. Dezember 2021

Stuttgart/Beuron – Die Villa Hubertus in Beuron ist ein stattliches Gebäude am Waldrand, das 1906 als fürstlich-hohenzollerische Oberförsterei erbaut wurde. Entsprechend repräsentativ ist es dimensioniert. Seit diesem Jahr setzt eine junge Familie Haus und Garten instand. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt sie mit einer namhaften Zuwendung aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Nach wechselnden Besitzverhältnissen, die immer wieder Leerstand mit sich brachten, ist im Hubertushaus jetzt neues Leben eingezogen“, freut sich Roland Bürkle, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Bislang bewohnen die neuen Eigentümer etwa ein Drittel des Gebäudes, während der Rest Schritt um Schritt und mit fachkundiger Unterstützung restauriert und zugleich modernisiert wird.

„Anders als vielen anderen Baudenkmalen ist es der Villa Hubertus vergönnt, bis heute in weitestgehend unverändertem Umfeld zu stehen“, so Bürkle weiter. „Nicht nur das großzügige, bis heute bauzeitlich eingefriedete Gartengrundstück, sondern auch die naturnahe Lage mit dem angrenzenden Wald ist erhalten geblieben – ein besonderer Glücksfall für ein Kulturdenkmal, das den nach englischem Vorbild gestalteten Landhausstil der deutschen Reformarchitekturbewegung dokumentiert.“

Um das verwinkelte Gebäude mit seiner hohen Giebelfassade, dem gewaltigen gestuften Walmdach, den auskragenden Dachüberständen und seinem Mix aus Sichtquadermauerwerk und Putzflächen weiter auf Vordermann zu bringen, sind außen wie innen zahlreiche Instandsetzungen nötig. Die Sanierung betrifft insbesondere Tragwerk und Eindeckung des Daches, die Stein- und Schindelfassade, Fenster, Türen und Dielen sowie die weiträumige gußeiserne Einfriedung des Gartens.

„Die Villa Hubertus ist ein Zeitzeuge des Aufschwungs: ein historischer Beleg für die steigende Attraktivität Beurons um 1900. Durch ihre Instandsetzung und die weitere Nutzung als Wohnhaus bleibt diese Heimatgeschichte lebendig“, ergänzt Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker. „Dass uns die Schätze im Alltag begegnen, haben wir auch den Tipperinnen und Tippern zu verdanken. Erst sie machen das gemeinwohlorientierte Lotto-Prinzip als heimliche Mäzene möglich.“

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 27 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr unterstützt.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.600 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält.

Seit über 50 Jahren fließen diese Gelder in Projekte, von denen die Allgemeinheit profitiert. Für die Denkmalstiftung Baden-Württemberg beliefen sich diese 2021 auf über eine Million Euro. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg trotz dieser Unterstützung mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Günter Hermann Architekten, Tuttlingen