Gewusst wo? Denkmale im Land Nr.: 2/2021

Artikel eingestellt am 28. Mai 2021

Unser heutiges Rätselgebäude ließ ein Mann bauen, der hier 1819 den Posten eines Oberamtsarztes antrat und als Dichter bekannt wurde. Viele berühmte Kollegen besuchten ihn dort, in einem Haus, das für alle offenstand. Ein Haus zu Füßen eines Weinbergs, der eine legendäre Burgruine trägt, die wiederum mit einer anrührenden Sage verbunden ist. Um diese Ruine hat sich unser poetischer Bauherr so redlich bemüht, dass man in ihn getrost als einen der ersten Denkmalschützer des Landes betrachten kann. Seine Vorgehensweise war dabei exemplarisch: 1824 gründete er einen Frauenverein, um Beiträge für die Sanierung der Burg zu sammeln. Jeden Morgen soll er bei Tagesanbruch dort oben gewesen sein, um den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten zu begutachten.

Denkmalrätsel

Zu Füßen der Burg indes tummelte sich im gesuchten Haus ein Dichterkreis, namentlich im Garten. Um die Unbeschwertheit des Orts zu wahren, kaufte der Gesuchte den eigentlich zu Gefängniszwecken vorgesehen Turm an der Stadtmauer, die an diesen Garten angrenzte. Darin schrieb denn auch ein damals sehr verehrter Poet seinen „Faust“ zu Ende.

Wer ist dieser gast- und denkmalfreundliche Dichter, der gern den Tag mit einer Flasche einheimischen Weißweins begann, und wie nennt man sein Haus, das eine der ersten Stationen der 1970 eingeweihten „Schwäbischen Dichterstraße“ war? Und wie schließlich heißt die sagenumwobene Burg, zu deren Füßen sich das biedermeierliche Ensemble findet?

Schade, denn der Einsendeschluss war der 30. September 2021.

Der „gast- und denkmalfreundliche Dichter“, nach dem wir gefragt hatten, war Justinus Kerner, sein Haus das „Kernerhaus Weinsberg“, auch „Schweizerhaus“ genannt – und die Burgruine, zu deren Füßen sich das Ensemble findet, ist die „Burgruine Weibertreu“.

Aus den Einsendern mit der richtigen Lösung wurden als Gewinner gezogen: Frédérique Bittendiebel aus Bouxviller/Frankreich, Prof. Dr. Elisabeth Erdmann aus Merzhausen, Rudolf Hellmuth aus Gera, Torsten Hesse aus Oberteuringen und Elisabeth Wenzel aus Karlsruhe. Sie erhalten je ein Exemplar des Bildbands „HTWL. Der Hohentwiel im Blick.“ von Christoph Bauer und Britta Panzer aus dem Nünnerich-Asmus Verlag.