Im Stil einer Ritterburg: Denkmalstiftung fördert Instandsetzung des Ökonomiegebäudes von Mosisgreut

Artikel eingestellt am 5. Juli 2022

Stuttgart/Vogt – Rittergüter sind in Oberschwaben eher spärlich gesät. Eines davon ist das Gut Mosisgreut, an der Landstraße südlich von Vogt gelegen. Neben einem schlossartigen Wohnhaus prägt vor allem ein massives Ökonomiegebäude den Anblick. Die Sicherung und Instandsetzung dieses Nutzbaus fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit einem Zuschuss von 50.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Seit 1690 ist das Rittergut Mosisgreut im Besitz derselben Familie, die sich stets für dessen Erhalt eingesetzt hat“, betont Erich Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung. „Wir sehen hier deshalb nicht nur ein anschauliches Zeugnis für die Lebensverhältnisse und das Selbstverständnis einer adligen Familie im Oberschwaben des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern auch ein mit viel persönlichem Einsatz gepflegtes Kulturdenkmal.“

Instandsetzungen an Wohnbaus, Kapelle und Außenanlagen hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg bereits mehrfach unterstützt. Das Ökonomiegebäude ist das letzte noch nicht sanierte Gebäude der Anlage und gleichzeitig ihr größtes. Es handelt sich dabei um einen ursprünglich rechteckigen Stall- und Scheunenbau, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit massiven Steinmauern und einem Satteldach errichtet und später um einen Seitenflügel erweitert wurde.

Auffällig ist die historisierende Gestaltung: Staffelgiebel und ein Rundturm mit Zinnen greifen mittelalterliche Architekturformen auf und prägen den Stil des gesamten Anwesens. „Ein bloßes Ökonomiegebäude hätte man weit weniger aufwändig bauen können“, unterstreicht Fürst von Waldburg-Zeil. „Ganz offensichtlich strebten die jeweiligen Besitzer danach, auch in der baulichen Gestaltung der Hofanlage auf die jahrhundertealte Familiengeschichte zu verweisen.“

Um das Gebäude zu erhalten, müssen zunächst das Tragwerk des Daches repariert und statische Mängel behoben werden. Danach sollen Türen, Fenster und Holztore saniert sowie Mauern instandgesetzt werden. Neben Naturstein- und Wackenmauerwerk finden sich Backstein- und Putzelemente, die der Nachwelt erhalten bleiben sollen.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 10 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.600 Vorhaben mit annähernd 64 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Fam. Werner von Kreit