Stabilität als erster Schritt: Denkmalstiftung fördert Sanierung des Gründlehofs bei Hornberg

Artikel eingestellt am 29. Oktober 2020

Stuttgart/Hornberg – Er ist ein eher kleinerer Schwarzwaldhof, der zuletzt mehrere Jahre leer stand. Jetzt wird der einsam gelegene Gründlehof bei Hornberg zunächst statisch ertüchtigt und dann innen wie außen saniert. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördert das private Vorhaben mit 45.000 Euro.

„Es gilt zuerst, die Stabilität des Gebäudes wiederherzustellen“, erklärt Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Unsachgemäße Eingriffe von Vorbesitzern haben dazu geführt, dass der am Hang gelegene Hof mit charakteristischem Schopfwalmdach instabil wurde und zudem nicht mehr richtig durchlüftet wurde. Dadurch konnte Nässe das Gebälk und Mauerwerk zusätzlich schädigen.

„Hier soll ein Familienwohnsitz entstehen, der den Charakter dieses historischen Gebäudes würdigt und seine historischen Elemente bewahrt“, freut sich Rothemund. Der Eindachhof stammt aus dem 17. Jahrhundert, eine Balkeninschrift am Herrgottswinkel zeigt die Zahl 1683. Der zweigeschossige Wohnteil ist zur Talseite hin unterkellert, der Ökonomieteil ist ebenfalls gut erhalten.

Im Inneren sollen zunächst die Holzböden aufgearbeitet werden, außen wird der Putz am Sockelgeschoss gesichert und renoviert. Zusammen mit der Instandsetzung des hölzernen Traggerüsts bilden diese Arbeiten den Grundstock für die künftige denkmalgerechte Nutzung als Wohngebäude.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.
Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: A. Mensak, Büro Hardy Happle Architektur, Wolfach