Typisch historistischer Stil: Denkmalstiftung unterstützt die Fassadensanierung an zwei Gründerzeit-Gebäuden in der Ludwigsburger Seestraße

Artikel eingestellt am 4. Mai 2021

Stuttgart/Ludwigsburg – Der plastisch geformte Pferdekopf an der Schauseite weist auf einen früheren Besitzer hin: Die Gebäude 49 und 49/1 in der Ludwigsburger Seestraße gehörten einst einem Pferdehändler. Errichtet wurden sie im Jahr 1881 im typisch historistischen Stil der Gründerzeit. Die Sanierung der Fassaden beider Gebäude fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg jetzt mit einem Zuschuss von 15.330 Euro an die privaten Eigentümer.

„Das Wohnhaus an der Straße wie auch das Nebengebäude im Hof dahinter sind bauliche Zeugen der Wohn- und Wirtschaftsweise in den ersten Jahren des Kaiserreichs“, unterstreicht Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Insbesondere an den Fassaden lassen sich zeit- und milieutypische Gestaltungselemente finden. Wohn- und Nebengebäude zeugen im Straßenbild noch heute vom Ausbau des südlichen Abschnitts der Seestraße bis zur Leonberger Straße in der Zeit vor 1900.“

In den Fassaden beider Gebäude sind Gestaltungselemente verschiedener Epochen frei kombiniert. Auf zeittypisch historisierende Weise werden gotische Treppengiebel ebenso nachgeahmt wie Fenstergiebel und -rahmungen in klassizistischer Manier. Mit robusten, beständigen Materialien und punktuell eingesetzten, aufwendiger bearbeiteten Werksteinelementen gelang es dem Bauherrn, der das gesamte Ensemble selbst geplant hatte, mit vergleichsweise kleinem Aufwand, diesem ein gediegenes Gepräge zu verleihen.

Klinker und Naturstein-Elemente, mit denen die Fassade gegliedert ist, sollen jetzt überarbeitet und instandgesetzt werden. Dabei gilt es, Risse im Mauerwerk ebenso zu beseitigen wie ausgewaschene Fugen oder Schäden durch Witterung und Feuchtigkeit an einzelnen Sandsteinelementen. Das denkmalgeschützte Ensemble soll dadurch in seiner Substanz erhalten werden und neu glänzen.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 10 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie annähernd 1.600 Vorhaben mit rund 63 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Denkmalstiftung Baden-Württemberg