Ungewöhnliche Raumaufteilung: Denkmalstiftung fördert umfassende Instandsetzung des ­Bärtsepphofs in Schonach

Artikel eingestellt am 4. November 2020

Stuttgart/Schonach – Der Bärtsepphof in Schonach ist ein Gebäude mit Seltenheitswert: Von außen sieht er aus wie ein typischer Vertreter des mittleren und südlichen Schwarzwaldhauses – im Inneren allerdings sind Wohn- und Wirtschaftsräume auf ganz ungewöhnliche Weise angeordnet. Nach langem Leerstand soll der Hof jetzt zum Wohnen und Arbeiten hergerichtet werden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die privaten Eigentümer dabei mit einem Zuschuss.

„In der historischen Hausforschung ist die hier vorhandene Positionierung der Stallanlage zusammen mit der traufseitigen Ausrichtung des Wohnbereichs bislang unbekannt“, kommentiert Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, den für einen Schwarzwaldhof ungewöhnlichen Grundriss. „Auch die Art der Gerüst- und Dachkonstruktion besitzt Seltenheitswert. Umso wichtiger ist es, dieses Kulturdenkmal als Zeugnis regionaler Baukunst zu erhalten und wieder neu zu nutzen.“

Dabei ist der Sanierungsbedarf durchaus umfangreich: Frühere Umbauten haben Teile der Konstruktion zerstört, zu langem Leerstand kam ein Wasserrohrbruch hinzu. Neben statischen Sicherungen des Dachstuhls, der Wände und des Gewölbekellers sollen Fenster repariert, die Innenausstattung aufgearbeitet und die Schindelfassade erneuert werden. Künftig soll der 1776 errichtete Hof nicht nur zum Wohnen genutzt werden: Im Dachgeschoss soll ein Büro unterkommen und der Gewölbekeller zu einem Atelier umfunktioniert werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.
Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: L. Spath, Schonach