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Volles Klangbild wiederherstellen: Denkmalstiftung fördert Sanierung der Stahlglockenstühle der Herz-Jesu-Kirche in Freiburg

Artikel eingestellt am 1. Dezember 2020

Stuttgart/Freiburg – Mit ihrer Doppelturmfassade im Stil des Limburger Doms ist die katholische Herz-Jesu-Kirche ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Freiburger Stadtteils Stühlinger. Aus der Bauzeit 1892-97 stammen auch die stählernen Glockenstühle der beiden Türme. Sie sind durch Korrosion stark geschädigt und sollen instandgesetzt werden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördert dies mit einem Zuschuss von 30.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Glockenstühle aus Stahl werden immer seltener“, erklärt Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „In vielen Fällen sind sie bereits durch Holzkonstruktionen ersetzt worden. Hier bietet sich jedoch die große Chance, die historischen Glockenstühle der Herz-Jesu-Kirche und damit ein wichtiges Element dieses Kulturdenkmals zu erhalten.“

Gleichzeitig soll die Turmuhr, die ebenfalls noch aus der Bauzeit stammt, restauriert und wieder in Betrieb genommen werden. Auch die Läuteanlage für die insgesamt sechs Glocken muss saniert und optimiert werden. Die frühere Technik hat zu Schäden an den Türmen geführt, wurde dann überarbeitet, belastet die Glocken jedoch immer noch stärker als nötig und beeinträchtigt zudem das Klangbild. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Glocken, die allesamt in den 1950er-Jahren gegossen wurden, wieder so aufeinander abgestimmt klingen wie ursprünglich gedacht.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Seit 50 Jahren fließen diese Gelder in Projekte, von denen die Allgemeinheit profitiert. Für die Denkmalstiftung Baden-Württemberg beliefen sich diese 2019 auf eine knappe Million Euro. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg trotz dieser Unterstützung mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: E. Wittekind, Freiburg