Wasserschäden beseitigen: Denkmalstiftung fördert Sanierung der Kapelle St. Markus in Bräunlingen-Mistelbrunn

Artikel eingestellt am 24. September 2021

Stuttgart/Bräunlingen-Mistelbrunn – Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts lud die St.-Markus-Kapelle in Mistelbrunn, heute ein Stadtteil von Bräunlingen, vor allem Pilger zur geistlichen Einkehr. Heute ist das Kirchlein vor allem für seine Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert bekannt. Die anstehende Rettung dieser Fresken vor eindringender Feuchtigkeit unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit einem Zuschuss von 12.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Die Kapelle St. Markus zählt zu den frühen Zeugnissen christlicher Baukunst auf der Baar“, erinnert Roland Bürkle, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Sie ist als ‚Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung’ klassifiziert, ihre hochwertigen Wandmalereien sind in der Region einzigartig“, so Bürkle weiter. Umso wichtiger sei es, diese Schätze vor weiteren Feuchtigkeitsschäden zu schützen.

Als vor zehn Jahren der Vorplatz der Kapelle neu gestaltet wurde, gelang die Oberflächenentwässerung offenbar nur unzureichend. Seither werden an den Sockeln der Wände Schäden durch eindringende Feuchtigkeit beobachtet. Inzwischen sind bereits weite Bereiche im Inneren vom Wasser angegriffen, im Giebelbereich bröckelt der Putz.

Um die wertvollen Fresken an den beiden Langwänden, aber auch das gesamte Gebäude zu schützen, sollen jetzt die Außenanlagen erneuert und die Wasserableitung verbessert werden. Fundament und Mauerwerk sollen dann getrocknet, geschädigte Putze erneuert werden. Ziel ist es, die künstlerischen Kleinode mittelalterlicher Wandmalerei auch für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 18 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie annähernd 1.600 Vorhaben mit rund 63 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Röm.-Kath. Kirchengemeinde Donaueschingen