Stuttgart/Auggen– Erst war es das Zuhause einer Bahnwärterfamilie, später – nach einer Erweiterung – das Empfangsgebäude für den Haltepunkt Auggen. Nach einer umfassenden denkmalschonenden Sanierung dient der frühere Bahnhof an der Rheintallinie inzwischen Wohnzwecken. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt das Gebäude zum Denkmal des Monats Mai.
1853 erbaute die Großherzoglich Badische Staatseisenbahn das einstöckige Haus neben den Gleisen als Unterkunft und Arbeitsstätte eines Bahnwärters, der für Sicherheit, Kommunikation und Instandhaltung entlang seines Streckenabschnitts zuständig war. Vierzig Jahre später ergänzte ein zweistöckiger Anbau mit Rundbogenportal und Satteldach die Unterkunft zu einem Empfangsgebäude mit Warteraum und Dienstzimmern.
Bereits die reich gegliederte Fassade mit ihren typischen Fensterformen und Sandsteinelementen zeugt vom Wiedererkennungseffekt der damaligen Staatsbahnarchitektur. Im Inneren sind historische Ausstattungselemente erhalten geblieben, etwa Holztüren und -rahmen. Gleichzeitig wurden denkmalgerechte Kompromisse gefunden, die modernes Wohnen einschließlich Photovoltaikanlage ermöglichen.
Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Sanierungsarbeiten der privaten Eigentümer mit einem Zuschuss von 25.000 Euro unterstützt.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 29 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im vergangenen Jahr unterstützt.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.750 Vorhaben mit rund 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Axel Kilian