Stuttgart/Talheim – Die Obere Burg von Talheim, oft auch als Oberes Schloss bezeichnet, prägt den Anblick des Ortes bereits von Weitem: Auf der Ringmauer hoch über dem Dorf am Rand des Neckartals thronen ein schlanker Rundturm sowie drei Fachwerkhäuser aus dem 14. Jahrhundert. Am östlichen Gebäude wurde die Sanierung der Fassade notwendig. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Arbeiten mit einem Zuschuss von 22.000 Euro.
„Spätmittelalterliche Wohnbauten in Fachwerk sind selten so unbeschadet geblieben wie hier“, erklärt Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Die Obere Burg von Talheim zählt daher zu den am besten erhaltenen Burganlagen Südwestdeutschlands. Hier lassen sich die Wohn- und Lebensverhältnisse des ritterschaftlichen Adels in besonders eindrücklicher Weise nachvollziehen.“
Die nahezu quadratische Burganlage reicht im Kern vermutlich bis ins 13. Jahrhundert zurück. 1367 ist ihre Zerstörung durch Truppen des Kurmainzer Erzbischofs überliefert. Beim Wiederaufbau wenig später, zwischen 1380 und 1400, wurden auch die drei heute erhaltenen Wohngebäude auf der Burgmauer errichtet, das westliche davon als erstes.
Das östliche, jetzt renovierte, besteht aus einem gemauerten Erdgeschoss und zwei darüberliegenden, jeweils vorkragenden Fachwerkgeschossen, bedeckt von einem Satteldach mit einseitigem Schopfwalm. Nicht nur das Gebälk, auch die Ausfachungen und der Putz waren sanierungsbedürftig – in welchem Umfang, stellte sich allerdings erst heraus, nachdem das aufwändige Gerüst errichtet worden war. Am Ende waren die Schäden deutlich größer als erwartet.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 14 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Roman Eisele – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=152854678