Stuttgart/Furtwangen – Die Schindeln aus Fichtenholz, die den Benjaminenhof bei Furtwangen bedecken, sind inzwischen mehrfach repariert, das Dach ist dennoch an vielen Stellen undicht. Bei der Sanierung setzen die privaten Eigentümer erneut auf die traditionelle Deckmethode und auf Eigenleistung. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Arbeiten mit einem Zuschuss von 16.500 Euro.

„Als Schreinermeister mit Erfahrung in alten Arbeitstechniken bringt der Hausherr nicht nur beste Voraussetzungen mit“, betont Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Mit seinem Engagement setzt er zudem eine Tradition fort, die in früheren Generationen üblich und oft unumgänglich war: den eigenen Hof selbst instandhalten zu können.“ Regionale Bautraditionen und das Wissen um ihre Techniken seien so von Generation zu Generation weitergetragen worden, so Köhler.

Der weit außerhalb des Ortes gelegene Schwarzwaldhof mit seinem charakteristischen großen Schopfwalmdach stammt aus dem Jahr 1872. 1988 wurde das gesamte Dach neu mit Fichtenschindeln eingedeckt und seither immer wieder repariert, unter anderem nach einem schweren Hagel 1995. Mittlerweile sind die Hölzer jedoch so verwittert, dass sie nicht mehr dicht halten. Teilweise ist auch bereits die Unterkonstruktion betroffen.

Für die Erneuerung werden beschädigte Kanthölzer und Latten ersetzt, bevor dann neue, 50 Zentimeter lange Schindeln aufgenagelt werden. Die gespaltenen Fichtenhölzer überlappen sich vierfach, sodass nur ein kleiner Teil der Witterung ausgesetzt ist und Regen gut ablaufen kann. So bleibt der Schwarzwaldhof wieder für längere Zeit trocken.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 14 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

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