Stuttgart/Schuttertal-Schweighausen –Zwischen Schuttertal und Schweighausen erinnert ein steinerner Bildstock, der einem Tabernakel ähnelt, vermutlich an eine Gewalttat. Witterungseinflüsse und ein Verkehrsunfall haben den Sandstein allerdings in Mitleidenschaft gezogen. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt dessen Restaurierung mit einem Zuschuss von 750 Euro aus dem Fonds für Kleindenkmale.
„Der Bildstock von Schweighausen gilt aus wissenschaftlichen, vor allem volkskundlichen, und aus heimatgeschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal“, erklärt Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Sein Erhalt liegt insbesondere wegen des dokumentarischen und exemplarischen Wertes in öffentlichem Interesse und ist unterstützenswert.“ Mündlicher Überlieferung zufolge dient der Stein dem Gedenken an einen Mann, der an dieser Stelle ermordet wurde.
Der Bildstock datiert laut Inschrift auf das Jahr 1845 und besteht aus zwei Elementen aus rotem Sandstein: einem gestuften, mit Ornamenten und Wappen verzierten Schaft und einem Aufsatz mit Figurennische unter einem Abschluss in Form eines Satteldachs. Derzeit steht das Kleindenkmal allerdings nicht an seinem angestammten Platz, sondern ist bei einem Steinmetzbetrieb eingelagert. Der Aufprall eines Fahrzeugs hat es aus seiner Verankerung gerissen. Dabei ist der Schaft in zwei Teile zerbrochen.
Bei der anstehenden Restaurierung sollen die Bruchstücke fachmännisch wieder zusammengefügt sowie Fugen und Risse ausgebessert werden. Als neue Befestigung bekommt der Bildstock einen zentralen Edelstahldübel eingesetzt, der Standsicherheit gewährleisten soll. Außerdem erhält der Sandstein eine Schutzlasur, die vor Witterungseinflüssen schützt.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Christian Zehnle