Stuttgart/Rottweil – Das Gebäude in der Kaiserstraße 41 im Süden Rottweils ist ein typisches Jugendstilwohnhaus aus dem Jahr 1913. Ein Teil der Fenster ist noch in seiner historischen Kastenform erhalten. Diese sollen jetzt instandgesetzt und energetisch ertüchtigt werden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt den Eigentümer dabei mit einem Zuschuss von 10.000 Euro.
„Die Architekten Schmidt+Kleiner waren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Rottweil sehr aktiv und konzipierten auch dieses Einfamilienhaus für den Seminaroberlehrer Schweikert“, berichtet Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Beeinflusst von den großen Jugendstilvillen seiner Zeit, vereint das Haus zahlreiche architektonische Elemente zu einer harmonischen Erscheinung. Aus künstlerischen Gründen besteht an seinem Erhalt ein öffentliches Interesse.“
Das eingeschossige Gebäude mit hohem Mansardgiebeldach besitzt zwei Erker und einen dreiteiligen Haupteingang unter einem Segmentbogen. Wechselnde Materialien zwischen Sockel und Hauptgeschoss – Naturstein und Putz – sowie unterschiedliche Fenstergrößen und -gruppierungen zählen zu den typischen Gestaltungsmitteln, die das Einfamilienhaus auszeichnen.
Die Kastenfenster, die im Erdgeschoss noch teilweise vorhanden sind, sollen nun denkmalgerecht saniert werden. Dazu wird jeweils die innere Scheibe durch Vakuumglas ersetzt, außerdem erhalten die Fenster ringsherum neue Dichtungen. Bei Fenstern im Dachgeschoss, die bereits ausgetauscht wurden, werden lediglich der Kitt und der Anstrich erneuert sowie bei Bedarf die Dichtungen.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Jerome Schmidt