Stuttgart/Bühl-Neusatz – Nachdem die Dominikanerinnen das Kloster Neusatzeck vor fünf Jahren aufgegeben haben, übernahm die Genossenschaft Kloster-Oase das denkmalgeschützte Anwesen in Bühl-Neusatz. Als Wohngemeinschaft betreibt sie seither den Seminar- und Gästebetrieb weiter. Jetzt stehen Sanierungsarbeiten an den Sandsteinfassaden an. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Gemeinschaft dabei mit einem Zuschuss von 5.000 Euro.

„Architekturgeschichtlich und künstlerisch besitzt diese Klosteranlage große Aussagekraft“, betont Dr. Stefan Köhler, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Als Kulturdenkmal gilt sie auch ihrer qualitätvollen Gestaltung wegen. Umso verdienter ist es, das Ensemble weiterhin instandzuhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Das Kloster Neusatzeck geht auf den Pfarrer Josef Bäder zurück, unter dessen geistlicher Leitung acht junge Frauen 1855 eine Gemeinschaft gründeten – die Keimzelle des späteren Klosters. 1859 gab Bäder im Muhrbachtal oberhalb von Neusatz die Kirche St. Agnes in Auftrag, nach Plänen des Bühler Werkmeisters Ludwig Laumont – und bezahlte sie selbst.

In den Jahren 1864/65 entstanden zwei Seitenflügel, die sich mit einer zweigeschossigen Arkadengalerie im neoromanischen Stil mit der Kirche verbinden. Um 1900 wurde die Dreiflügelanlage mit einem vierten Flügel zum Rechteck geschlossen. Bei den anstehenden Arbeiten an den Außenfassaden sollen Verwitterungsschäden am Sandstein ausgebessert werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

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