Stuttgart/Albstadt-Ebingen – Die ehemalige Neue Villa des Textilfabrikanten Friedrich Haux in Albstadt-Ebingen, erbaut 1908, gilt – gemeinsam mit den angrenzenden Produktionsgebäuden – als ein bis in die Details aufeinander abgestimmtes Gesamtkunstwerk aus Jugendstil und Historismus. Aktuell sind Teile der lichtdurchlässigen Decken der Villa undicht und müssen saniert werden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Eigentümergemeinschaft dabei mit einem Zuschuss von 20.000 Euro.
„Die bauliche Qualität dieser Villa ist herausragend und ihre Architektur und Gestaltung weit über Albstadt und die Region hinaus von Bedeutung“, betont Dr. Stefan Köhler, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Durch das eindringende Regenwasser wird das Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung unmittelbar in seiner Substanz bedroht. Dies zusammen rechtfertigt eine weitere Förderung durch die Stiftung.“ In den Jahren 2019 und 2024 hat die Denkmalstiftung bereits die Instandsetzung der noch original vorhandenen Holzrollläden aus weiß gestrichenen Kieferlamellen unterstützt.
Sowohl im äußeren wie im inneren Erscheinungsbild spielen die Dachlaterne und die Lichtdecken eine erhebliche Rolle. Gerade die Innenraumgestaltung folgt einem Gesamtkonzept, das neben Wand- und Deckenflächen auch Möbel, Leuchten und die indirekte Beleuchtung über die Lichtdecken einbezieht. Bei der anstehenden Sanierung gilt es, Sprünge zu kitten und Fugen neu zu verschließen. Die farbige große Lichtdecke wird insgesamt restauriert. Teilweise müssen auch Konstruktionsteile ertüchtigt werden.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Uwe Decker Hausverwaltungen