Stuttgart/Bad Säckingen – Der Diebsturm sicherte im Mittelalter – wie auch der benachbarte Gallusturm – die Stadt Bad Säckingen zum Rheinufer hin ab. Später wurde er in die Außenanlage von Schloss Schönau eingegliedert. Derzeit ist er wegen abbröckelnden Sandsteins gesperrt. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Stadt bei der Restaurierung mit einem Zuschuss von 50.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlückSpirale.
„Erst Wehrturm, dann Sehenswürdigkeit“, fasst Prof. Dr. Claus Wolf, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die historische Entwicklung des Diebsturms samt seiner Umbauten zusammen. „Lokal hat dieses Bauwerk große Bedeutung. Es besitzt einen hohen Wiedererkennungswert und prägt die Ansicht der Stadt auf der Rheinseite. Die Denkmalstiftung unterstützt seine Restaurierung gern.“
Als die Säckinger Befestigungsanlagen erbaut wurden, lag die Stadt noch auf einer Insel im Rhein. Erst später wurde der nördliche Flussarm zugeschüttet. Bereits um 1600 herum verlor der Diebsturm seine rein militärische Funktion, zeitweise wurde er als Wasserturm und wohl auch als Gefängnis genutzt. Bei einem Umbau im Jahr 1864 erhielt er dann seine heutige, historisierte Form – mit rundbogigen Fensteröffnungen samt neugotischen Doppelfenstern, einem Zinnenkranz und vermutlich auch den Balkonen mit Außentreppen.
Während das Bruchsteinmauerwerk aus Säckinger Granit den Lauf der Jahrhunderte relativ unbeschadet überstanden hat, ist der Wiesentäler Sandstein, mit dem etwa Fenster und Türen eingefasst wurden, fast durchweg sanierungsbedürftig. Stellenweise sind bereits Steinteile abgebrochen, weshalb der Turm vor zwei Jahren gesperrt wurde. Für eine Sanierung müssen diese Steine stabilisiert und teilweise ersetzt werden. Auch bei einigen Fugen und den Metallgeländern besteht Reparaturbedarf. Erst dann kann der Turm, der zuletzt auch für Trauungen beliebt war, wieder öffentlich genutzt werden.
„Der Diebsturm ist als historisches Wahrzeichen von Bad Säckingen ein eindrucksvolles Zeugnis der Stadtgeschichte. Seine vielfältigen Funktionen seit dem Mittelalter zeigen, wie Denkmäler über Jahrhunderte hinweg von verschiedenen Generationen genutzt werden. Die Gelder aus der GlücksSpirale tragen nun zur Sanierung und zur hoffentlich baldigen Wiedereröffnung bei“, sagt Marcel Janson, Regionaldirektor bei Lotto Baden-Württemberg. „Mit dieser Unterstützung leisten wir als Landesunternehmen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen Erbes.“
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
GlücksSpirale: Denkmalschutz profitiert
Die GlücksSpirale von Lotto Baden-Württemberg bietet bei den Ziehungen jeden Samstag die Chance auf einen Spitzengewinn in Höhe von 2,4 Millionen Euro (theor. Chance ca. 1:10 Mio.). Mit den Erträgen aus der Lotterie werden in Baden-Württemberg Projekte aus den Bereichen Sport, Soziales, Natur- und Umweltschutz sowie dem Denkmalschutz unterstützt. Davon profitiert auch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die jährlich rund eine Million Euro erhält.
Foto: Stadt Bad Säckingen