Stuttgart/Eppingen-Mühlbach – Sie gilt als das älteste Bauwerk Mühlbachs, ist aktuell allerdings einsturzgefährdet: eine Sandsteinmauer, die dem 1290 gestifteten Kloster zugerechnet wird und die heute den Pfarrgarten einfriedet. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die evangelische Kirchengemeinde bei den Instandsetzungsarbeiten mit einem Zuschuss von 25.000 Euro.
„Die ehemalige Klostermauer steht an prominenter Stelle in der Ortsmitte und zeugt bereits seit vielen Jahrhunderten von früherer Größe“, betont Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Als Teil des kirchlichen Ensembles im Zentrum von Mühlbach steht sie zusammen mit den anderen Gebäuden unter Denkmalschutz. Sie zu erhalten wird die Anstrengung lohnen.“
Das damalige Wilhelmitenkloster, gestiftet durch Ritter Heinrich von Brettach, bestand bis 1546. Neben Grundsteinen der heutigen Pfarrkirche, die aus der Klosterkirche hervorging, ist die inzwischen baufällige Mauer zwischen Pfarrhaus und Gemeindehaus der auffälligste Rest. Der Fußweg an ihr entlang ist schon seit Längerem gesperrt, da sich die Steine bereits bedenklich zur Seite neigen.
Um die Statik wiederherzustellen, müssen Teile der insgesamt 28 Meter langen Mauer abgetragen und fachgerecht wieder aufgebaut werden. Auch gilt es, Pflanzenwurzeln aus den Fugen zu entfernen und die vielfach schon tief ausgewaschenen Lücken neu zu füllen. Zusätzlich soll eine Drainage angelegt werden, um künftige Wasserschäden zu vermeiden.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 42 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr unterstützt.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.800 Vorhaben mit annähernd 73 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Klaus Friederich