Stuttgart/Remseck-Neckargröningen – Die älteste Kirche in Remseck ist wieder dicht und stabil: Nach einer umfassenden Sanierung erst des Daches, dann der Mauern sind die Schäden an der evangelischen Martinskirche in Neckargröningen behoben und das Bauwerk vor eindringender Feuchtigkeit geschützt. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt sie nun zum Denkmal des Monats März.
Erbaut wurde das Langhaus der Martinskirche um 1050 herum in romanischem Stil. Von der Vergangenheit als Wehrkirche zeugen auch noch Wehrmauern, die in der ebenfalls denkmalgeschützten Kirchhofeinfriedung erhalten sind. Um das Jahr 1525 wurden ein gotischer Chorraum sowie der flankierende Turm angebaut. Das für diese Zeit typische Sternrippengewölbe im Chor betont dessen Stellenwert als liturgisches Zentrum des Gotteshauses. Im Langhaus sind Reste von Malereien aus dem 15. Jahrhundert mit Szene der Passionsgeschichte und des Marienlebens erhalten.
Schon länger waren Mängel am Tragwerk des Kirchendaches als Ursache von Rissen im Mauerwerk ausgemacht worden. Frühere Reparaturversuche hatten allerdings noch keine nachhaltige Besserung zur Folge. Jetzt sind der gesamte Dachstuhl statisch saniert, Natursteine und Putzfassaden instandgesetzt und die Figuren an den Außenwänden restauriert worden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Arbeiten, die vergangenen Herbst abgeschlossen wurden, mit einem Zuschuss von 30.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützt.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 29 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im vergangenen Jahr unterstützt.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.750 Vorhaben mit rund 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: K.-H. Sachsenmaier