Gewusst wo? Denkmale im Land Nr.: 3/2019

Artikel eingestellt am 13. August 2019

Baugeschichtlich ragt unser heutiges Rätsel noch ins Spätmittelalter. 1471 ist es entstanden und wirkt seinem hohen Alter entsprechend wie ein Urtier mit dicker, rauer Haut.

Ursprünglich war dies „hus“ ein Wasserschloss in unmittelbarer Nähe eines großen Flusses, der, immer wieder versickernd, auch hier vorbeikommt. Bauherr war ein hochmögender Graf, bekannt bis in die höchsten Adelskreise. So besuchte ihn einst ein veritabler Kaiser auf seinem Besitztum, das auch der Jagd diente. Die kleinen Fenster dieses Rätselbaus waren nämlich ebenso als Schießscharten gedacht, von denen aus seinerzeit auch die Jagd betrieben werden konnte.

Der erwähnte Kaiser weilte hier ganze drei Tage, und von ihm soll auch der noch immer aktuelle Name des Baus stammen.

Der wurde in der frühen Neuzeit dann als Zehntscheuer genutzt. 1871 kam es zu einem vollständigen Umbau des Anwesens. Seitdem fehlt dem Wasserschloss der Graben. Mittlerweile ist dies denkmalschützerisch besonnen wiederhergestellte Objekt in privatem Besitz.

Um das einstige Wasserschloss ranken sich naturgemäß Legenden. Etwa, dass eine Art Jagdsitz schon lange vor 1471 existiert haben müsste: Kaiser Karl der Dicke soll 888 in den sumpfigen Wiesen hier versunken sein. Ein Ereignis, das sogar die Gründung einer Fasnetszunft anregte: die „Schnufer“, eine Anspielung auf die letzten Schnaufer des Kaisers.

Wie nun heißt dies höchst überraschende und irgendwo archaisch anmutende Bauwerk, wie sein Namensgeber, und wo schließlich steht es?

Schade, Einsendeschluss für die richtige Antwort war der 31. Oktober 2019. Die richtige Lösung erfahren Sie in der Ausgabe der Denkmalstimme 1/2020.

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